140 Jahre Beiersdorf – Ein Blick zurück zum Anfang

Der Namensgeber und Gründer der Beiersdorf AG: Paul Carl Beiersdorf, 1880er-Jahre.

Im Jahr 1880 zog der 44-jährige Apotheker Paul C. Beiersdorf aus Schlesien nach Hamburg, um ein neues Leben für sich und seine Familie aufzubauen. Damals waren die Straßen und Wege noch von Pferdekarren befahren, im Hafen dominierten Segelschiffe das Bild.

Die heute so berühmte Speicherstadt war noch nicht einmal gebaut, und das Gebiet um den „Michel“ – wo sich Beiersdorf mit einer Apotheke seine neue Existenz aufbauen wollte – war eine Kleine-Leute-Gegend. Vermutlich lag die Lebenserwartung in diesem Teil der Stadt noch unter dem Durchschnitt des damaligen Deutschen Reiches von knapp 40 Jahren.

Leider wurde der gesamte Straßenzug im Zweiten Weltkrieg zerstört und ist heute nicht mehr vorhanden.

Der Ruf der Apotheke

Die Hygienesituation im ausgehenden 19. Jahrhundert war keineswegs mit unserer heutigen vergleichbar. Viele Krankheiten waren zudem noch nicht erforscht oder, wie die Tuberkulose, gerade erst entdeckt worden. Man sollte also annehmen, dass die Investition in eine Apotheke zu dieser Zeit ein lohnendes Geschäft war.

Im Fall von Paul Beiersdorf war dem leider nicht so. Als der Gründer unseres Unternehmens die Apotheke in der Mühlenstraße 22 kaufte, wusste er nicht, dass der Vorbesitzer keinen guten Ruf hatte – die Kundschaft machte auch nach dem Inhaberwechsel einen großen Bogen um die Apotheke.

Das erste Patent von Paul Beiersdorf gilt heute als Gründungsdokument der Beiersdorf AG, 1882.

Das Gründungsdokument der Beiersdorf AG

Paul Beiersdorf suchte einige Zeit verzweifelt nach Lösungen, um seine neue berufliche Existenz nicht gleich wieder zu verlieren. Durch Zufall traf er durch die Unterrichtung von Ärzten in physiologischen und nahrungsmitteltechnischen Untersuchungsmethoden einen der bedeutendsten Hautärzte seiner Zeit: Paul Gerson Unna. Schon bald darauf arbeiteten der spätere Professor und Paul Beiersdorf an einem gemeinsamen Projekt – der Entwicklung eines revolutionären medizinischen Pflasters, das lange auf der Haut haften und keine Verbindung mit den Arzneiwirkstoffen eingehen sollte. Mit Erfolg: Am 28. März 1882 erhielt Beiersdorf ein Patent für das neuartige Verfahren zur Herstellung gestrichener Pflaster.

Dieser Tag gilt bis heute als das Gründungsdatum unseres Unternehmens.

Vor 140 Jahren waren es sein Erfindergeist und die Leidenschaft für die Weiterentwicklung seiner Pflaster, die es Paul C. Beiersdorf in einer kleinen Hamburger Apotheke ermöglichten, das Fundament für unser heutiges, globales Unternehmen zu legen. Er pflanzte damit gleichzeitig den Samen für eine Unternehmenskultur des Miteinanders die dafür sorgte, dass durch die Zeiten hindurch Mitarbeiter stets gemeinsam im Interesse „ihres“ Unternehmens gehandelt haben und so maßgeblich dafür sorgten, dass Beiersdorf heute zur Heimat vieler großer Marken wie NIVEA, Eucerin und Hansaplast geworden ist. 140 Jahre Beiersdorf ist daher ein Ereignis, an dem wir mit einem gewissen Stolz auf die Vergangenheit blicken und uns über das miteinander erreichte freuen können.
Vincent Warnery, CEO von Beiersdorf
Eines der ersten Archivfotos eines Beiersdorf-Labors, 1914.

Vergangene Arbeitswelten

Paul Beiersdorf verkaufte daraufhin im Jahr 1883 seine Apotheke und eröffnete an einem neuen Standort in Hamburg-Altona sein „Laboratorium dermato-therapeutischer Präparate“. Dort widmete er sich fast ausschließlich der Weiterentwicklung seiner Pflaster. Wie aber sahen seine Labore aus? Es gab keinen Strom aus der Steckdose und auch kein elektrisches Licht. Thomas Alva Edison hatte in den USA gerade erst 1879 die Glühbirne erfunden; bis in Deutschland Kraftwerke größere Gebiete mit Strom versorgen konnten, sollte es noch bis in die späten 1890er-Jahre dauern.

Vermutlich arbeitete Paul Beiersdorf mit Gaslicht, das jedoch äußert brennbar und nicht sehr hell war. Auch das Telefon war zwar schon erfunden, doch die Deutsche Post hatte erst 1881 damit begonnen, die ersten Fernsprecher zu installieren. Um Paul Gerson Unna bei wissenschaftlichen Fragen zu kontaktieren, musste Beiersdorf ihn persönlich aufsuchen oder einen Brief schreiben.

Die ersten Guttapercha-Pflaster verkaufte Beiersdorf in Papiertüten mit von Hand beschrifteten Etiketten.

Verkauf an Oscar Troplowitz

1890 verkaufte Paul Beiersdorf das mittlerweile 11 Mitarbeiter starke Unternehmen aus tragischen privaten Gründen an den Apotheker Dr. Oscar Troplowitz. Seine größte Leistung bleibt jedoch unvergessen: Mit den Guttapercha-Pflastern schuf er die Keimzelle des heutigen und nach ihm benannten Weltkonzerns Beiersdorf.

Grund genug, sich am 28. März 2022 ein wenig mit der Gründungsgeschichte des Unternehmens zu befassen.

Pressekontakt

Anke Schmidt
Vice President Corporate Communications & Government Relations

Beiersdorf AG
Unnastraße 48
20245 Hamburg

Tel.: +49 (0) 40 - 4909 2001

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