UNSERE INTERNATIONALE ENTWICKLUNG

Beiersdorf hat seine Wurzeln in Hamburg und ist dort bis heute zu Hause. Schon früh richtete sich das Unternehmen international aus. Starke Marken wie NIVEA trugen entscheidend zum weltweiten Erfolg bei. Heute ist Beiersdorf mit über 190 Tochtergesellschaften weltweit vertreten.

Dr. Oscar Troplowitz, company founder Paul Carl Beiersdorf (above right), Dr. Paul Gerson Unna (below right)

BEIERSDORF WIRD BEKANNT

Beiersdorf war schon vor dem Kauf des Labors durch den Apotheker Dr. Oscar Troplowitz im Jahr 1890 ein bekannter Name. Viele Ärzte und Apotheker weltweit lernten die Produkte von Beiersdorf durch die wissenschaftlichen Arbeiten von Prof. Paul Gerson Unna kennen. Er arbeitete seit der Gründung des Unternehmens mit diesem zusammen. Die Bestellungen trafen per Postkarte ein und wurden von Paul C. Beiersdorf und seinen acht Mitarbeitern einzeln bearbeitet.

Cooperation agreement with US trading company Lehn & Fink from 1893

EINSTIEG IN DEN US-MARKT

Unter Troplowitz änderte sich die internationale Ausrichtung grundlegend. Er erkannte früh das Potenzial der Beiersdorf Marken im Ausland und baute das internationale Geschäft auf. Zwischen 1894 und 1915 ließ er 29 Warenzeichen eintragen und legte damit den Grundstein für den Erfolg des Unternehmens. 1893 schloss er mit Lehn & Fink in New York einen Vertrag für den US-Markt. Beiersdorf lieferte Produkte, Lehn & Fink übernahm Werbung und Vertrieb.

From left to right: Beiersdorf affiliates in Great Britain 1906 and in Austria 1914

Vertretungen und Tochtergesellschaften

In den folgenden 20 Jahren gründete Troplowitz weltweit Vertretungen und Tochtergesellschaften. So brachte Beiersdorf seine Markenprodukte an die internationale Kundschaft. Im Jahr 1906 eröffnete Beiersdorf sein erstes internationales Büro in der Idol Lane in London. Im Jahr 1914 gründete das Unternehmen seine erste Tochtergesellschaft in Österreich. Deren Geschäftstätigkeit verzögerte sich jedoch aufgrund des Ersten Weltkriegs bis 1923.

ERFOLGREICHE MARKEN

Neue Kosmetikmarken wie NIVEA und Labello sowie Pflastermarken wie Hansaplast und Leukoplast trugen stark zum internationalen Erfolg in den 1920er und 1930er Jahren bei. Besonders NIVEA verkaufte sich sehr gut. Durch viele neue Produkte wurde NIVEA zur erfolgreichsten Marke von Beiersdorf. Der Erfolg in vielen Ländern führte zu einem Ausbau der Produktionskapazitäten.

Beiersdorf production plants 1929

WELTWEIT VERNETZT

1930 besaß Beiersdorf Produktionsstätten in 23 Ländern. Außerdem gab es Vertretungen in vielen weiteren Ländern, wie ein Unternehmensprospekt aus dem Jahr 1929 zeigt. Alle Produkte für den internationalen Markt hatten Verpackungen in der jeweiligen Landessprache. Diese wurden meist in der Hamburger Druckerei hergestellt und weltweit verschickt. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 entstand so ein Netzwerk weltweiter Gesellschaften.

RÜCKKAUF DER NIVEA MARKENRECHTE

Nach dem Krieg wurden nahezu alle Gesellschaften als Feindeseigentum beschlagnahmt und die NIVEA Markenrechte in den einzelnen Ländern verkauft. Ein schwerer Schlag für das internationale Geschäft von Beiersdorf. Neben den Bemühungen, das Geschäft wieder aufzubauen, wurde in jedem Land einzeln versucht, die Markenrechte wiederzuerlangen. Dieser Prozess dauerte mehr als 50 Jahre.

  • Jahr Länder
    1952 Niederlande
    1958 Argentinien, Schweiz, Brasilien
    1961 Schweden
    1963 Mexiko
    1966 Finnland
    1966 Dänemark
    1968 Afrikanische Commonwealth Länder (außer Südafrika)
    1973 USA
    1974 Frankreich inkl. ehemaliger Kolonien, heute die Länder Tschad, Mali, Kamerun und Kongo
    1977 Hongkong, Thailand, Malaysia, Singapur, Gibraltar, Zypern, Malta, Bermuda, Bahamas, Jamaika, Barbados, Trinidad und Tobago
    1985 Norwegen
    1992 Großbritannien, Irland, Kanada, Südafrika, Neuseeland, Indien, Pakistan, Israel, Australien
    1993 Rumänien
    1997 Polen

     

RÜCKKEHR ZUM GLOBALEN MARKENBESITZ

Mit dem Rückkauf der NIVEA‑Markenrechte in Polen im Jahr 1997 war die Rückgewinnung abgeschlossen. Heute besitzt Beiersdorf die NIVEA‑Rechte wieder weltweit. Seit den 1950er Jahren wurden neue Märkte erschlossen und weitere Gesellschaften gegründet. Ende der 1990er Jahre besaß Beiersdorf 74 internationale Tochtergesellschaften und erwirtschaftete fast 70 % seines Umsatzes außerhalb Deutschlands.