Beiersdorf Persönlichkeiten

Um wegweisende Innovationen auf den Markt zu bringen, sind Neugier und Ausdauer grundlegend. Entscheidend für das Erreichen unserer Meilensteine sind die Menschen, die dahinterstehen. Erfahre mehr über die Persönlichkeiten, die maßgeblich zum Erfolg der Beiersdorf AG beigetragen haben.

Paul C. Beiersdorf

(1836 – 1896)

1880 lässt sich Paul Beiersdorf in Hamburg als Apotheker nieder. In Zusammenarbeit mit dem Dermatologen Paul Gerson Unna entwickelt er neuartige Pflaster und erhält 1882 für die „Guttapercha Pflastermulle“ sein erstes Patent. Dies ist die Geburtsstunde von Beiersdorf. 1890 verkauft der Gründer das Laboratorium an Oscar Troplowitz.

  • Paul C. Beiersdorf wurde in Neuruppin in der Brandenburger Mark geboren. Im Herbst 1880 ließ sich der Apotheker im Alter von 44 Jahren in Hamburg nieder. In den Jahren zuvor war er technischer Direktor einer Galvanisierungsanlage in Moskau, dann Mitinhaber einer Apparatebaufirma in Berlin, anschließend Inhaber einer Apotheke in Bärwalde und später in Grünberg in Schlesien. Mit dem Kauf der Apotheke in der Nähe der St.-Michaelis-Kirche in Hamburg erfüllte er sich seinen Traum von der Selbstständigkeit in einer Großstadt. Das Gebiet um den Hafen war bereits dicht besiedelt, und Beiersdorf hoffte auf ein profitables Geschäft.

    In enger Zusammenarbeit mit dem Dermatologen Prof. Dr. Paul Gerson Unna  begründete er das Pflastergeschäft und erhielt für die „Guttapercha Pflastermulle“ 1882 sein erstes Patent. Das Datum der Patentschrift ist zugleich das Gründungsdatum der Firma Beiersdorf, deren Name bis heute auf ihn verweist.      

Prof. Paul Gerson Unna

(1850 – 1929)

Er ist wohl der berühmteste freie Mitarbeiter in der Geschichte Beiersdorfs: Paul Gerson Unna. Sowohl mit Paul Beiersdorf als auch Oscar Troplowitz arbeitet der wichtigste Dermatologe seiner Zeit eng zusammen.

  • Der berühmteste, freie Mitarbeiter der Unternehmensgeschichte und der bekannteste und wichtigste Dermatologe seiner Zeit wurde 1850 in Hamburg geboren. Nach seinem Schulabschluss studierte Prof. Dr. Paul Gerson Unna Medizin an den Universitäten Heidelberg, Leipzig und Straßburg. Bereits 1881 eröffnete er eine dermatologische Privatklinik an der Dammtorstraße in Hamburg. In diese Zeit fällt der beginnende Kontakt mit Paul C. Beiersdorf, mit dem er in enger Zusammenarbeit ein Verfahren zur Herstellung von medizinischen Pflastern entwickelt – jenes Produkt, welches unser Unternehmen im Jahr 1882 begründete.

    Auch mit Beiersdorfs Nachfolger Dr. Oscar Troplowitz versteht sich Unna blendend und setzt die erfolgreiche Zusammenarbeit fort. Auf seine Empfehlung hin stellt Troplowitz den Chemiker Dr. Isaac Lifschütz ein. Dieser erfand den Emulgator Eucerit, der Basisstoff bzw. Schlüssel für die Einzigartigkeit der NIVEA Creme ist. Mit Unnas renommierten Namen wurden zudem Produkte wie die 1906 erschienene NIVEA Seife beworben. 1907 verlieh ihm der Hamburger Senat den Titel eines Professors, 1908 wurde er Chefarzt am Krankenhaus Eppendorf. Im Gründungsjahr der Universität Hamburg wurde er 1919 ordentlicher Honorarprofessor und erhielt den ersten Lehrstuhl für Dermatologie. Zeit seines Lebens verstand es Unna, die klinische und die experimentelle Forschung symbiotisch zu verbinden. Er starb 1929 in seiner Heimatstadt im Alter von 79 Jahren und hinterließ der Nachwelt ein breites Forschungswerk.      

Dr. Isaac Lifschütz

(1852 – 1938)

Sein berufliches Leben drehte sich um die Schafwolle: Der Chemiker Isaac Lifschütz interessiert sich in den 1880er-Jahren jedoch nicht für ihre wärmende Wirkung, sondern das darin enthaltene Wollwachs. Hieraus isoliert er den Emulgator Eucerit und meldet das Verfahren zum Patent an. Eucerit ist der wichtigste Grundstoff für moderne Cremes der Marken Eucerin und NIVEA.

  • 1852 wird Dr. Isaac Lifschütz im heute weißrussischen Pinsk geboren. Im Alter von 18 Jahren studierte er zunächst in der Schweiz und dann an der Universität Freiburg im Breisgau, wo er 1884 zum Doktor der Chemie promovierte. Die folgenden Jahre beschäftigte sich Lifschütz unter anderem mit dem aus Schafswolle gewonnenen Wollwachs, dessen Zusammensetzung er 1896 veröffentlichte. Zwei Jahre später gelang ihm der Durchbruch: Lifschütz isolierte den Emulgator Eucerit aus dem Rohmaterial. 1900 meldete er dieses Herstellungsverfahren zum Patent an. Der Dermatologe Prof. Dr. Paul Gerson Unna erkannte die Bedeutung des Eucerits für die Dermatologie und thematisierte die daraus gewonnene Salbengrundlage Eucerin in seinen Dermatologischen Monatsheften.

    Trotz aller wissenschaftlichen Anerkennung stellte sich der große Erfolg der Lifschütz‘schen Entdeckung erst ein, als der Chemiker 1911 zu Beiersdorf kam. Damit schnell mit der Produktion von Eucerin Produkten begonnen werden konnte, kaufte Beiersdorf von seiner vorherigen Arbeitsstelle eine große Anzahl Maschinen und die Rechte am Herstellungsverfahren. Eucerin wurde zum Grundstoff für die Hautcreme NIVEA und damit wesentlich für den wirtschaftlichen Aufstieg von Beiersdorf. Seit 1931 lebte Lifschütz im Ruhestand. Er starb 1938 in Hamburg.      

Dr. Oscar Troplowitz

(1863 – 1918)

Vom kleinen Labor zum internationalen Konzern: Unsere Erfolgsgeschichte ist in hohem Maße der Verdienst von Oscar Troplowitz. 1892 baut der Apotheker und Unternehmer die erste Fabrik und entwickelt Weltmarken wie NIVEA, Eucerin und Hansaplast. Auch durch betriebliche Sozialleistungen wie bezahlten Urlaub und eine Pensionskasse setzt er Meilensteine.      

  • Dr. Oscar Troplowitz war einer der Unternehmerpersönlichkeiten seiner Zeit. Nach einer Lehre zum Apotheker bei seinem Onkel, dem späteren Hofrat Gustav Mankiewicz, schloss er 1886 sein Studium der Pharmazie an der Universität Breslau ab. 1890 erwarb er das Laboratorium von Paul C. Beiersdorf in Altona und baute dieses zu einem Unternehmen aus. So veranlasste er sofort den Einsatz technischer Hilfsmittel für die Produktion und bereits 1892 errichtete er auf einem damals 1.200 qm großen Grundstück am Lokstedter Weg (der heutigen Unnastraße) ein eigenes Fabrikationsgebäude. Hier befindet sich auch heute noch der Hauptsitz der Firma. Als Unternehmer, der Zielgruppen- wie marktorientiert und von Beginn an international dachte und handelte, behielt er auch die wissenschaftlich fundierte Weiterentwicklung seiner Produkte im Auge. Die von Paul C. Beiersdorf begonnene Zusammenarbeit mit dem Dermatologen Prof. Dr. Paul Gerson Unna führte er fort und stellte auf dessen Empfehlung auch den Chemiker Dr. Isaac Lifschütz ein, der u.a. den Emulgator Eucerit, den Basisstoff für die NIVEA Creme, erfand.

    Auch durch die vielen betrieblichen Sozialleistungen für seine Angestellten setzte Troplowitz einen Meilenstein in der Geschichte der Firma. So reduzierte er beispielsweise als einer der ersten Unternehmerpersönlichkeiten in Hamburg die Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich auf 48 Stunden und führte ab 1897 den bezahlten Urlaub bei Beiersdorf ein. Zudem gründete er eine Unterstützungskasse für in Not geratene Mitarbeitende und eine Alters- und Hinterbliebenenstiftung, die Troma, die nach ihm und seinem Schwager und Mitgesellschafter Dr. Otto Hanns Mankiewicz benannt wurde und in veränderter Form bis heute besteht.

    Erwähnt sei auch sein vielseitiges Wirken in der Öffentlichkeit sowie die Unterstützung karitativer Einrichtungen oder seine berühmte Kunstsammlung in der Villa an der Agnesstraße; diese wurde nach dem Tod seiner Frau 1920 der Hamburger Kunsthalle vermacht.

    Seine bedeutendste Leistung bestand jedoch in der Etablierung heute so berühmter Marken wie Leukoplast, Labello oder NIVEA. Troplowitz war davon überzeugt, dass Markenartikel von zuverlässiger Qualität und nachvollziehbaren hohem Nutzen für Verbraucher*innen ein erfolgreiches Zukunftskonzept darstellen würde. So hatte er mit seiner Arbeit die Grundlagen für die Ausrichtung der Firma in heutiger Zeit gelegt.

Gertrud Troplowitz

(1869 – 1920)

Ohne wirtschaftliche Erfahrung trifft sie die richtige Entscheidung: Nachdem ihr Ehemann Oscar 1918 überraschend stirbt – und ein halbes Jahr später auch ihr Bruder Otto Hanns Mankiewicz – rückt Gertrud Troplowitz als Erbin an die Firmenspitze.

  • Gertrud Troplowitz, geborene Mankiewicz, wurde am 23. Juli 1869 in Posen geboren. 1891 heiratete sie den promovierten Pharmazeuten Dr. Oscar Troplowitz. Durch ihr Vermögen ermöglichte sie den Erwerb des Patents zur Herstellung gestrichener Pflaster und des Laboratoriums von Paul C. Beiersdorf. Damit legte sie gemeinsam mit ihrem Mann die Basis für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Es folgten Investitionen in neue Maschinen und Produktionsgebäude.

    Gertrud Troplowitz engagierte sich darüber hinaus als Kunstliebhaberin und Mäzenin, teils gemeinsam mit ihrem Mann. Im Haus des Ehepaars in der Agnesstraße 1 in Hamburg-Winterhude hingen Werke von Künstlern wie Max Liebermann und Pierre-Auguste Renoir.

    Nach dem Tod ihres Mannes im April 1918 und dem Tod ihres Bruders Otto Hanns Mankiewicz wenige Monate später übernahm sie die Leitung von P. Beiersdorf & Co. als alleinige Inhaberin. Unterstützung erhielt sie dabei von ihrer Bank, ihren Prokuristen und Dr. Carl Melchior. Unter ihrer Verantwortung wurde das Unternehmen 1920 in eine GmbH umgewandelt – die P. Beiersdorf & Co. GmbH entstand.

    Gertrud Troplowitz starb am 20. August 1920 überraschend an einem Herzanfall im Alter von 51 Jahren. Nach ihrem Tod erhielt die Hamburger Kunsthalle siebzehn Gemälde aus ihrem Besitz als Schenkung. Ihr gesellschaftliches Engagement ist bis heute anerkannt, und sie gilt als eine der prägenden Persönlichkeiten in der frühen Geschichte von Beiersdorf.

Dr. Otto Hanns Mankiewicz

(1871 – 1918)

Verlass ist vor allem auf die Familie: Otto Hanns Mankiewicz schlägt zunächst eine juristische Laufbahn ein. Er berät seinen Schwager Oscar Troplowitz in rechtlichen Fragen. 1906 beteiligt dieser ihn als Mitgesellschafter der Firma Beiersdorf & Co. Das Gründungsmitglied des Markenverbandes treibt insbesondere unsere Markenartikel-Philosophie voran.      

  • Dr. Otto Hanns Mankiewicz wurde am 1. Juli 1871 in Posen geboren. Als jüngerer Bruder von Gertrud Troplowitz ist er ein Teil der Beiersdorf Historie. Nach seinem Abitur in Posen beginnt er ein Studium der Rechtswissenschaften. Nach Studienaufenthalten in Gießen und Leipzig schließt er im November 1895 sein Studium in Göttingen mit einer Promotion ab.
    Dr. Otto Hanns Mankiewicz tritt im Jahr 1903 in das Unternehmen Beiersdorf & Co. ein. Als Syndikus verbringt er zunächst einige Zeit in New York, um anschließend vom Hamburger Firmenstandort aus Beratungstätigkeiten zu übernehmen. Im Jahr 1906 wird er Teilhaber des Unternehmens. Im Zuge dessen wird die Beiersdorf & Co. im selben Jahr in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt.

    Neben seiner Arbeit als Jurist widmet er sich weiteren Tätigkeiten. Er ist Gründungsmitglied des Markenverbandes, der seit 1903 bis zum heutigen Tage besteht. Er bringt seine Expertise in den Bereichen Markenrecht und Etablierung starker Marken zeit seines Lebens in das Unternehmen ein. Darüber hinaus ist er als Mäzen in der Kulturszene tätig. So fördert er Bohémiens und andere Künstler, übernimmt die Schriftführerschaft im Vorstand der Lessing Gesellschaft e. V. und wird 1912 Mitglied im Kunst-Vereins zu Hamburg. Bekannt ist, dass die Großzügigkeit von Dr. Otto Hanns Mankiewicz und seinem Schwager Dr. Oscar Troplowitz  sich bald in der Hamburger Künstlerszene verbreitet hat.

    Dr. Oscar Troplowitz verstirbt im April 1918. Sein Freund, Schwager und Teilhaber Dr. Otto Hanns Mankiewicz verstirbt nur sieben Monate später am 2. Dezember 1918.

Dr. Carl Melchior

(1871 – 1933)

Er sorgt für Stabilität in unsicheren Zeiten: Carl Melchior ist Jurist, Bankier, Diplomat und Gesellschafter eines Bankhauses. Mit Gertrud Troplowitz initiiert er 1920 die Gründung der P. Beiersdorf & Co. GmbH. Hieraus entsteht 1922 unsere heutige Aktiengesellschaft.

  • Dr. Carl Melchior, geboren 1871 in Hamburg, war ein deutscher Jurist, Bankier, Diplomat und Gesellschafter des Bankhauses M.M. Warburg & Co. Gleichzeitig war er einer der wichtigsten Finanzpolitiker in der deutschen Geschichte. Der Leiter der deutschen Finanzdelegation bei den Verhandlungen zum Friedensvertrag von Versailles im Jahr 1919 war auch für Beiersdorf von zentraler Bedeutung.

    In seiner Funktion als Gesellschafter von M.M. Warburg & Co. war er bei Finanzthemen die direkte Bezugsperson von Beiersdorf Mitbegründer Dr. Oscar Troplowitz bis zu dessen Tod 1918 und danach von seiner Frau Gertrud. Nach deren plötzlichen Tod 1920 half Melchior bei der Gründung der P. Beiersdorf & Co. GmbH, aus der 1922 eine Aktiengesellschaft wurde. Durch das 25-fache Stimmrecht der ehemaligen Aktien von Gertrud Troplowitz, die per Testament an Warburg übertragen wurden, konnten die Erbenstämme aus der Familie keine Mehrheit erringen. Dies führte in der unsicheren und auch von Eigeninteressen der Erben geprägten Lage zu einem stabilen Kurs durch die unsichere Zeit der Weimarer Republik. Melchior selbst wurde mit Gründung der Beiersdorf AG 1922 zum Chef des Aufsichtsrats berufen. In den Jahren bis zu seinem Tod trug Melchiors Engagement maßgeblich zur Stabilität und zum internationalen Erfolg des Unternehmens bei. Carl Melchior verstarb 1933 im Alter von 62 Jahren in Hamburg.

Dr. Willy Jacobsohn

(1884 – 1963)

Willy Jacobsohn arbeitet bei Beiersdorf in einer sehr schwierigen Zeit der europäischen Geschichte. Am Ende des Ersten Weltkriegs übernimmt er die Leitung der Auslandsabteilung. Im Jahr 1922 wird er der erste Vorstandsvorsitzende des Unternehmens.

  • In Stolp (Pommern) geboren, schloss Dr. Willy Jacobsohn zunächst seine Ausbildung als Apotheker ab und studierte anschließend an den Universitäten in München und Berlin Naturwissenschaften und Chemie. 1909 promoviert, arbeitete er in einer kleinen pharmazeutischen Fabrik, bevor er 1914 zu Beiersdorf wechselte.  Zum Kriegsende übernahm er als einer von vier Geschäftsführern die Leitung des Labors und der Auslandsabteilung. 1922 wurde er – Beiersdorf war inzwischen eine Aktiengesellschaft – zum Vorsitzenden des Vorstands ernannt. Unter seiner Leitung wurden nach Ende des Ersten Weltkriegs nicht nur die Hamburger Werke aus-, sondern vor allem das damalige Auslandsgeschäft aufgebaut.

    1933 trat er – mit den anderen jüdischen Vorstandsmitgliedern – zurück und übernahm die Leitung des Auslandsgeschäfts von den Niederlanden aus, von wo er dann 1938 über London in die USA nach Los Angeles emigrierte.

Carl Claussen

(1878 – 1954)

Er führt unser Unternehmen durch die Zeit des Nationalsozialismus und leitet den Wiederaufbau nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ein: Carl Claussen übernimmt 1933 – nach dem politisch bedingten Rücktritt von Willy Jacobsohn – den Vorstandsvorsitz. Diese Position übergibt er 1954 an seinen Sohn Georg Wilhelm Claussen.

  • Carl Claussen (geboren in Bremerhaven und gestorben in Hamburg) war seit 1920, dem Gründungsjahr der Beiersdorf GmbH, Mitglied im Aufsichtsrat der Firma. Zunächst bis 1927/28 im väterlichen Speditionsgeschäft tätig, hatte er 1933 nach dem politisch bedingten Rücktritt von Dr. Willy Jacobsohn den Vorstandsvorsitz übernommen. Er leitete das Unternehmen durch die Zeit des Nationalsozialismus bis 1954. 1908 hatte er Martha Pulvermacher, eine Nichte von Dr. Oscar Troplowitz, geheiratet. Der Wiederaufbau der Firma nach dem Ende des Krieges wurde von ihm eingeleitet und von seinem Sohn Georg Wilhelm Claussen in dritter Generation fortgeführt.

Juan Gregorio Clausen

(1890  – 1977)

Als ehemaliger Fregatten-Kapitän lässt er sich von Meer und Wolken inspirieren. Im Jahr 1925 erfindet er unser blau-weißes NIVEA Design.      

  • Geboren im Jahr 1890, trat der ehemalige Fregattenkapitän der Kaiserlichen Marine 1920 in unser Unternehmen ein. Als beruflicher Quereinsteiger wurde er schnell zum Verantwortlichen der Reklameabteilung. Als Clausen das Ruder übernahm, herrschte im Handel eine gewisse Flaute. Zudem war das Erscheinungsbild von NIVEA im grün-gelben Jugendstildesign in die Jahre gekommen. Clausen brachte die Marke wieder auf Kurs. Er revitalisierte NIVEA im blau-weißen Design und verhinderte damit wahrscheinlich ihr Verschwinden vom Markt. Einer Legende nach ließ sich der ehemalige Kapitän dabei von Meer und Wolken inspirieren, als er mit der Farbänderung der Cremedose 1925 eine Designikone kreierte. Auch die kursive Neugestaltung des Creme-Schriftzuges 1959 lässt sich auf ihn zurückführen. Clausen verhalf aber auch anderen Beiersdorf-Marken zum Erfolg. So kreierte der ehemalige Reklameleiter den eingängigen Namen 8X4. Die Bezeichnung lässt sich auf den Wirkstoff B32 zurückführen, der einer der Bestandteile der ersten 8X4 Produkte war. 40 Jahre gestaltete der kreative Quereinsteiger die Werbung bei Beiersdorf, bevor er 1960 in den Ruhestand ging. 1977 verstarb Clausen im Alter von 87 Jahren.

Georg W. Claussen

(1912 – 2013)

Was für eine Lebensleistung: Georg Claussen, Großneffe von Oscar Troplowitz, steigt 1938 trotz Bedenken seines Vaters Carl ins Unternehmen ein. Von 1957 bis 1979 ist er Vorstandsvorsitzender, danach bis 1987 Vorsitzender des Aufsichtsrates.

  • Georg W. Claussen, Sohn von Carl Claussen und seiner Frau Martha (geb. Pulvermacher), wurde 1912 als Großneffe des Firmenmitbegründers Dr. Oscar Troplowitz in Hamburg geboren.

    Nach mehreren Auslandsaufenthalten und einer kaufmännischen Lehre trat er 1938 trotz der Bedenken seines Vaters in die Firma ein. Seit 1952 war er stellvertretendes Mitglied im Vorstand der Beiersdorf AG. Zwei Jahre später wurde er ordentliches Mitglied und am 28. Juni 1954 zum Sprecher des Vorstands berufen. Von 1957 bis 1979 Vorstandsvorsitzender der Beiersdorf AG, war er nach seinem Rücktritt von 1979 bis 1987 Vorsitzender des Aufsichtsrates. Seit 1989 war er Ehrenvorsitzender der Gesellschaft.   Über Beiersdorf hinaus engagierte sich Claussen in zahlreichen Institutionen. 1982 gründete er anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums der Beiersdorf AG die heutige Claussen-Simon-Stiftung, die vor allem wissenschaftlich und technisch begabte junge Menschen fördert. Sein gesellschaftliches Engagement wurde unter anderem mit dem Großen Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt, der Richard-Merton-Ehrennadel des Stifterverbandes und dem Verfassungsportugaleser in Gold der Hansestadt Hamburg.

Dr. Hellmut Kruse

(1926 – 2018)

Unternehmergeist, Leidenschaft und Weitblick: Hellmut Kruse prägt unser Unternehmen mehr als 30 Jahre. Der promovierte Hanseat übernimmt 1963, zwei Jahre nach seinem Start bei Beiersdorf, als Vorstandsmitglied die Verantwortung für das Auslandsgeschäft.

  • 1926 in Hamburg geboren, studierte er Literaturgeschichte und Philosophie an den Universitäten Hamburg und Fribourg/Schweiz, wo er 1948 zum Dr. phil. promovierte. Daraufhin arbeitete er zunächst als Exportkaufmann und persönlich haftender Gesellschafter bei Wiechers & Helm, Hamburg, der Firma seines Vaters. Dieser, Hans E. B. Kruse (†1968), war von 1933 bis1968 Vorsitzender des Aufsichtsrates der Beiersdorf AG. In diese tritt Hellmut Kruse 1961 zunächst als stellvertretendes Vorstandsmitglied ein, bevor er 1963 ordentliches Mitglied wird. Seit 1975 als stellvertretender Vorstandsvorsitzender aufgestellt, war er von 1979 bis 1989 Vorstandsvorsitzender. Anschließend gehörte er von 1989 bis 1994 dem Aufsichtsrat der Beiersdorf AG an, bevor er im Januar 2018 verstarb.

Hans-Otto Wöbcke

(1930 – 2017)

Er gilt als Architekt der NIVEA Dachmarke: Ab 1973 trägt Hans-Otto Wöbcke, nach Einführung der Spartenorganisation, die Verantwortung für den cosmed-Bereich.

  • Geboren 1930 in Offenau, ging er zunächst in die kaufmännische Lehre bei einer Hamburger Maklerfirma. Nach leitenden Positionen bei der Unilever-Gruppe und der Edeka Zentrale trat er 1971 in die Firma Beiersdorf ein. Zunächst hatte er die Position des Marketing- und Verkaufsleiters Körperpflegemittel und Pflaster/Verbandmittel Deutschland inne, bevor er 1973 – nach Einführung der Spartenorganisation – die Leitung der Sparte cosmed übernahm. Seit 1974 stellvertretendes Vorstandsmitglied, wurde er ein Jahr später zum ordentlichen Mitglied berufen. 1988 wurde er zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Von 1989 bis 1994 war er Vorsitzender des Vorstandes. Von 1994 bis 2004 gehörte er dem Aufsichtsrat der Beiersdorf AG an.

Dr. Rolf Kunisch

(1941 – 2018)

Er stärkt die internationale Ausrichtung von Beiersdorf. Dr. Rolf Kunisch positioniert NIVEA erfolgreich als globale Marke und trägt maßgeblich dazu bei, unsere unternehmerische Eigenständigkeit zu sichern.      

  • Dr. Rolf Kunisch wurde 1941 in Arolsen geboren. 1960 bis 1966 studierte er Wirtschaftswissenschaften und Ingenieurwesen an der TH Darmstadt, anschließend wurde er für zwei Jahre wissenschaftlicher Assistent an der Universität Köln. Von dort wechselte er aus der Wissenschaft in die Wirtschaft und wurde Product Manager bei Procter & Gamble, unter anderem für Lenor und Dash. Nach einem USA-Aufenthalt von 1973 bis 1975 wurde er Marketingmanager und 1979 General Manager. Im Juni 1991 kam er zu Beiersdorf und wurde in den Vorstand für die damalige Sparte cosmed berufen. Von 1994 bis 2005 war er Vorsitzender des Vorstands. Von 2005 bis 2011 war er Mitglied des Aufsichtsrats der Beiersdorf AG.

Thomas-B. Quaas

(Geboren 1952)

Thomas Quaas hat bei Beiersdorf eine beeindruckende Laufbahn hinter sich. Er begann als Trainee und übernahm später Aufgaben als Verkaufsdirektor, Marketingdirektor und Leiter eines Geschäftsbereichs. 1999 wurde er in den Vorstand berufen.      

  • 1952 in Glauchau/Sachsen geboren, siedelte Thomas-B. Quaas noch vor dem Mauerbau mit seiner Familie nach Westdeutschland über. Er verbrachte den größten Teil seiner Jugend in Frankfurt am Main, wo er auch Betriebswirtschaft studierte. Im Anschluss an sein Studium startete er seine Karriere als Trainee bei Beiersdorf. Nach seinen Positionen als Verkaufsdirektor, Marketingdirektor und Geschäftsbereichsleiter wurde er 1999 in den Vorstand berufen. Bis 2003 war er im Vorstand für die Sparte medical verantwortlich, von 2003 bis 2005 für den Bereich Supply Chain. 2005 übernahm er den Vorstandsvorsitz. Unter seiner Führung wurden die Supply-Chain-Prozesse nachhaltig modernisiert. 2008 führte er Beiersdorf in den DAX-30. Nach seinem Rückzug aus dem Vorstand 2012 wechselte Thomas-B. Quaas in den Aufsichtsrat der Beiersdorf AG, in dem er bis 2014 Mitglied war.

Stefan F. Heidenreich

(Geboren 1962)

Auf zu neuen Horizonten: Der erfolgreiche Segelsportler Stefan Heidenreich wird nach leitenden Positionen bei Reckitt Benckiser, Bertelsmann und der Hero-Gruppe 2012 Beiersdorf-Vorstandsvorsitzender.

  • Geboren 1962 in Bremerhaven, studierte Stefan F. Heidenreich Betriebswirtschaftslehre in Kiel. Im Anschluss an sein Studium startete der leidenschaftliche Segler 1987 seine Karriere als Brand Manager bei Procter & Gamble. Nach mehreren leitenden Positionen bei Reckitt Benckiser, Bertelsmann und der Hero-Gruppe war er von 2004 bis 2011 Vorstandsvorsitzender von Hero. Im Jahr 2012 übernahm Heidenreich den Vorstandsvorsitz bei Beiersdorf. Noch im selben Jahr etablierte er die auf NIVEA fokussierte Unternehmensstrategie Blue Agenda. Durch diesen Kompass und die unter Heidenreich steigende Effizienz im operativen Geschäft verdoppelte sich der Unternehmenswert unter seiner Führung. Zum 31.12.2018 zog sich Stefan F. Heidenreich aus dem Vorstand zurück.

Stefan De Loecker

(Geboren 1967)

Ein weitgereister Manager: Nach dem Studium hat Stefan De Loecker internationale Führungsaufgaben im Nestlé- und Tesco-Konzern inne. 2012 steigt er bei Beiersdorf als Senior Vice President Near East ein.

  • Stefan De Loecker wurde 1967 in Siegen geboren. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Antwerpen begann er seine Laufbahn im Nestlé-Konzern und übernahm schnell internationale Führungsaufgaben in diesem Unternehmen. 2011 wechselte er als COO zur Tesco PLC in Großbritannien, anschließend wurde er CEO von Tesco Slowakei. 2012 kam er zur Beiersdorf AG, zunächst als Senior Vice President Near East. 2014 wurde er zum Mitglied des Vorstands berufen. Am 1. Juli 2018 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands ernannt, dessen Vorsitz er ab 1. Januar 2019 übernahm. Mit seiner umfassenden Strategie C.A.R.E+ legte er den Grundstein für die weitere Internationalisierung und Digitalisierung des Unternehmens. Zum 30. Juni 2021 zog sich Stefan De Loecker aus dem Vorstand zurück.