27.03.2013

Unternehmerpersönlichkeit Georg W. Claussen im Alter von 100 Jahren in Hamburg gestorben

  • Der Großneffe von Dr. Oscar Troplowitz begleitete ein Dreivierteljahrhundert mit Führungsstärke, Weitsicht und Menschlichkeit die Erfolgsgeschichte von Beiersdorf
  • Als Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratschef legte er das Fundament für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Konzerns
  • Der gebürtige Hamburger war ein bedeutender deutscher Stifter und Mäzen

George W. Claussen

Hamburg, 27.3.2013 – Georg W. Claussen, der langjährige Vorstandsvorsitzende, Aufsichtsratschef und Ehrenvorsitzende der Beiersdorf AG, ist am 21. März im Alter von 100 Jahren im Kreise seiner Familie in Hamburg gestorben. Georg W. Claussen war eine außergewöhnliche deutsche Unternehmerpersönlichkeit. Er verkörperte wie kein Zweiter die Werte von Beiersdorf wie Kontinuität und Innovation, erfolgreiche Markenpflege und unternehmerische Verantwortung. „Ein Dreivierteljahrhundert lang stand Georg W. Claussen selbstbewusst, anspornend und mahnend für die Zukunftsorientierung eines Familien-unternehmens, das die existenziellen Herausforderungen sich ständig ändernder Rahmenbedingungen annahm“, würdigte Aufsichtsratsvorsitzender Prof. Dr. Reinhard Pöllath den Verstorbenen. „Wir bleiben seinem Anspruch und Vermächtnis dauerhaft verpflichtet.“ Und Vorstandsvorsitzender Stefan F. Heidenreich erklärte: „Wir haben eine überragende Unter-nehmerpersönlichkeit verloren. Georg W. Claussen hat Beiersdorf nachhaltig geprägt und mit seinem Wirken den Grundstein des heutigen Erfolges gelegt. Mit großem Respekt verneigen wir uns vor ihm. Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten seiner Familie.“

In der Tradition von Dr. Oscar Troplowitz

Dem gebürtigen Hamburger Claussen lagen Zeit seines Lebens nicht nur das Unternehmen mit seinen Marken, sondern auch die Menschen sehr am Herzen. Bei allen unternehmerischen Entscheidungen hatte er stets die Mitarbeiter im Blick. Er lebte konsequent unternehmerische Verantwortung; und er tat es, ohne viele Worte darüber zu verlieren. Als bedeutender deutscher Mäzen förderte er großzügig Institutionen und Einrichtungen in Kunst und Kultur, Wissenschaft und Sozialem – und das nicht nur in seiner Heimatstadt Hamburg. Damit knüpfte er an die Familientradition an, die sein Großonkel Dr. Oscar Troplowitz vor über 120 Jahren begründet hat. Troplowitz, der 1911 die NIVEA Creme erfand, war ein innovativer Unternehmer, engagierter Sozialpolitiker und bescheidener Philanthrop.

Enge Verbindung von Claussen und Beiersdorf

Georg W. Claussen wurde am 5. Juni 1912 als Großneffe des Firmeninhabers Dr. Oscar Troplowitz in Hamburg-Eppendorf geboren. Nach der Schule lernte er das kaufmännische Handwerk bei der schweizerischen Firma Doetsch-Grether und beim amerikanischen Chemieunternehmen Petrolagar Lab John Wyett in Großbritannien. 1938 kam er als junger Mann zu Beiersdorf, erhielt 1948 Prokura und trat 1952 als stellvertretendes, später als ordentliches Mitglied in den Vorstand der Beiersdorf AG ein. Nach dem Tod seines Vaters Carl Claussen wurde er 1954 Sprecher des Vorstandes, 1957 Vorstandsvorsitzender. In den 22 Jahren, die er an der Unternehmensspitze agierte, baute er das Unternehmen zu einem internationalen Konzern auf. Der Umsatz hat sich in der Zeit nahezu verdreißigfacht.

Führungsstärke, Weitsicht und Menschlichkeit

Mit dem Namen Claussen verbinden sich Einführungen von Markenklassikern wie 8x4, atrix und ph5 Eucerin sowie der Rückkauf der NIVEA-Markenrechte, die im Zweiten Weltkrieg in vielen Ländern konfisziert und an andere Firmen verkauft worden waren. Des Weiteren strukturierte Claussen in den 1970er Jahren Beiersdorf grundlegend um und legte damit das Fundament für die weitere erfolgreiche Entwicklung. Er passte die Vertriebsstruktur den neuen Gegebenheiten an, die sich durch den Wegfall der Preisbindung und der Vertriebsbindung ergeben hatten. Überdies gliederte er den Konzern in eigenständig agierende Sparten. Dabei füllte er seine Aufgaben stets mit unternehmerischem Geschick und menschlicher Wärme aus. Für den vierfachen Familienvater war es selbstverständlich, dass Mitarbeiter, deren Stellen durch die Umstrukturierungen entfielen, neue Positionen im Konzern bekamen. Beiersdorfer, die eng mit ihm zusammenarbeiteten, hoben seine besondere menschliche Ausstrahlung hervor, sein bescheidenes Auftreten und die liebenswürdig offene Art seiner Gesprächsführung. So wurde er schon in jüngeren Jahren für viele zu einer Art Vaterfigur.

Dialogpartner für Vorstand und Mitarbeiter

Nach 22 Jahren im Vorstand wechselte Georg W. Claussen 1979 in den Aufsichtsrat und saß diesem bis 1987 vor. Seit 1989 war er Ehrenvorsitzender der Gesellschaft. Insgesamt absolvierte Claussen 58 Hauptversammlungen auf dem Podium – ein wohl einmaliger Rekord in der deutschen Wirtschaft. Der „alte Herr“, wie er bei Beiersdorf liebe- und respektvoll genannt wurde, war dem Unternehmen bis zuletzt eng verbunden. Noch in seinem 100. Lebensjahr kam er regelmäßig in sein Büro in der Unnastraße.

Selbstverständlicher Einsatz für das Gemeinwohl

Georg W. Claussen sah es immer als eine Selbstverständlichkeit an, Gutes zu tun und mit Rat und Tat, aber auch großzügigen Spenden dem Gemeinwohl zu dienen. Über Beiersdorf hinaus engagierte sich Claussen in zahlreichen Institutionen. So etwa als Vizepräses der Handelskammer Hamburg (bis 1987). Zudem war er Vorstandsmitglied im Industrieverband Hamburg, Präsidiumsmitglied des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums zur Förderung der Hamburgischen Kunstsammlungen, Mitglied im Denkmalrat der Freien und Hansestadt Hamburg und Vorstandsmitglied im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, um nur einige seiner Ämter zu nennen.

Zahlreiche Auszeichnungen für gesellschaftliches Engagement

1982 gründete er anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums der Beiersdorf AG die heutige Claussen-Simon-Stiftung, die vor allem wissenschaftlich und technisch begabte junge Menschen fördert. Über 60 Jahre lang war er Mitglied bei den Rotariern und hatte bis zuletzt zahlreiche Ehrenämter inne. Sein gesellschaftliches Engagement wurde unter anderem mit dem Großen Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt, der Richard-Merton-Ehrennadel des Stifterverbandes und dem Verfassungs-portugaleser in Gold der Hansestadt Hamburg.

Trauer im gesamten Unternehmen

Mit dem Tod von Georg W. Claussen verliert das Unternehmen nicht nur eine herausragende Persönlichkeit, sondern auch einen großartigen Menschen. Claussen wurde von den Beiersdorfern verehrt und geachtet. Wer ihm begegnete, war beeindruckt von der Kraft und der Energie, der enormen Selbstdisziplin und nicht zuletzt von der Neugier und der Lust aufs Leben, die ihn durch ein ganzes Jahrhundert getragen hat. Die Beiersdorfer werden ihn vermissen und die von ihm verkörperten Werte weiter in die Zukunft tragen. 

Presse Kontakt

Inken Hollmann-Peters
Vice President Corporate Communications & Sustainability

Beiersdorf AG
Unnastraße 48
20245 Hamburg

Tel.: +49 (0) 40 - 4909 2001

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