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07.07.2021

Startschuss in eine neue Ära – Misel Ahom über den Erfolg der Global Diversity Week und ihre weiteren Pläne

„We care for your uniqueness – You will be heard. You will be seen. You will be inspired.“

Ein Motto bei Beiersdorf, das nicht erst durch den Pride Month im Juni im Zentrum stand, sondern bereits den Monat zuvor eingeläutet wurde. Ende Mai hat Beiersdorf seine Mitarbeiter*innen zur ersten digitalen Global Diversity Week eingeladen und damit sein Versprechen zur Realität gemacht: Der Vielfalt und Inklusion im Unternehmen noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken. In insgesamt 23 digitalen Events referierten und diskutierten Diversity-Botschafter*innen aus dem Unternehmen und Gäste aus Wirtschaft und Gesellschaft zu Themen wie Chancengleichheit und Führungsvielfalt.

In unserem Interview spricht Misel Ahom, Global Director Diversity & Inclusion, über den Erfolg der Global Diversity Week, Beiersdorfs neue Ambition für Vielfalt und Inklusion im Unternehmen und über ihre persönliche Motivation, sich so stark für das Thema zu engagieren.

Misel, eine ereignisreiche und spannende Woche liegt hinter dir. Bist du zufrieden mit deiner ersten digitalen Global Diversity Week?

Absolut! Die Global Diversity Week war ein großer Erfolg für alle Beteiligten und das Ergebnis einer starken Zusammenarbeit zwischen unserer Konzernzentrale und unseren internationalen Tochtergesellschaften. Mit fast 70 Kolleg*innen auf der digitalen Bühne haben über 3000 Menschen unser Programm live mitverfolgt. Bis heute haben wir außerdem Hunderte weitere, die sich die online verfügbaren Aufzeichnungen angesehen haben. Als Unternehmen legen wir großen Wert darauf, ein vielfältiges und integratives Arbeitsumfeld zu schaffen. Diese Woche stand dabei ganz im Zeichen der Bewusstseinsbildung und der Förderung des Engagements im gesamten D&I-Spektrum. Wir sind sehr stolz sowohl auf die Vielfalt unseres Programms als auch auf die Vielfalt unserer Redner*innen. Wir hatten so viele motivierende Persönlichkeiten und inspirierende Expert*innen zu Gast, die sich die Zeit genommen haben, ihr Wissen und ihre Geschichten mit unserer Community zu teilen. Basierend auf dem Feedback, das wir bis jetzt erhalten haben, denke ich, dass wir mit dem Ergebnis wirklich zufrieden sein können!

Welche Programmpunkte sind besonders gut angekommen?

Die Eröffnung der Woche durch unseren Personalvorstand Zhengrong Liu, der Powertalk mit Stefan De Loecker und das Panel mit unserem neuen CEO Vincent Warnery waren natürlich sehr beliebt. Ebenso kam auch unser Panel ‚Board meets Beyond Borders‘ sehr gut an, bei dem wir einen regen Austausch zwischen drei unserer talentierten Beyond Borders Trainees und Gitta Neufang, Harald Emberger und Ramon A. Mirt von unserem Executive Committee hatten. All diese Sessions boten sehr interessante Einblicke in das Engagement unserer Führungskräfte in Sachen Vielfalt und Inklusion und warum es für unser Unternehmen so wichtig ist, eine durch und durch inklusive Unternehmenskultur zu pflegen. Auch unsere Schulungen, wie man Vielfalt und Inklusion besser in den Arbeitsalltag integrieren kann, wurden sehr gut angenommen. Das Feedback der Teilnehmenden zeigt uns, dass dies der Wunsch unserer Organisation ist: mehr Trainings, Tools und praktische Tipps zum Thema D&I. Eine überwältigende Resonanz gab es auch auf die persönlichen Geschichten, die während der Sessions erzählt wurden, vor allem der „Walk in my Shoes“-Talk mit unserem Mitarbeiter Mo. Mo ist ein junger Syrer, der mit 18 Jahren auf der Suche nach einer Überlebenschance aus seinem Heimatland fliehen musste. Mit viel Mut fand er den Weg zu uns als Auszubildender in unserer Unternehmenszentrale. Seine Kernbotschaft: ‚Lerne zu verlernen‘, öffnen deinen Geist und sei bereit, einige deiner Überzeugungen zu hinterfragen. Wie ich waren viele unserer Kolleg*innen von seiner Geschichte berührt und dankbar, einen so offenen und ehrlichen Einblick in seinen Lebensweg bekommen zu haben.

Du bist seit Anfang des Jahres Global Director Diversity & Inclusion bei Beiersdorf und hast dich schon vorher stark für Vielfalt und Inklusion eingesetzt. Warum eigentlich?

Zunächst einmal finde ich es wirklich schwer zu tolerieren, wenn Menschen mit weniger Respekt, Würde oder Toleranz behandelt werden – nur auf Grund ihres Aussehens, woher sie kommen oder wen sie lieben. Ich denke, diese Einstellung rührt in der sehr toleranten und liberalen Erziehung meiner Eltern. Ich bin in Holland aufgewachsen, als Tochter einer kolumbianischen Mutter und eines holländischen Vaters, und meine Eltern hatten dank unserer familiären Verbindungen zur südamerikanischen und karibischen Gemeinschaft einen relativ vielfältigen Freundeskreis. Sie brachten mir bei, offen und akzeptierend gegenüber anderen zu sein und zu versuchen, Menschen nicht zu beurteilen. Das war für mich normal.

Erst als ich mit 15 Jahren nach North Carolina in die Vereinigten Staaten zog, wurde mir klar, dass meine Normalität nicht unbedingt den von allen gleicht – und dass das, was für die einen aufregend und anregend ist, für andere als aufrührerisch und beleidigend empfunden werden kann. Die vier Jahre, die ich in Amerika verbrachte, hatten einen tiefgreifenden Einfluss auf meine Überzeugungen und zwangen mich dazu, kritisch zu hinterfragen, wofür ich stehe. Nachdem ich in Barcelona und London gelebt habe und jetzt in Hamburg wohne, vertiefe ich weiterhin meine Überzeugungen und erweitere meine Perspektive. Es ist eine ständige Reise, denn auch ich habe meine Vorurteile und blinden Flecken. Daher ist es sehr lohnend, mein Weltbild weiter zu bereichern und ein tieferes Verständnis dafür zu bekommen, was andere motiviert. Ich glaube von ganzem Herzen, dass eine vielfältige Gesellschaft das Leben so viel interessanter und eine integrative Gesellschaft das Leben so viel fairer macht. Das ist die Gesellschaft, von der ich ein Teil sein möchte und in der ich möchte, dass meine Kinder aufwachsen.

Dein großes Interesse an dem Thema macht dich zu einem perfekten Match für deine neue Rolle...

Das stimmt! (lacht) Aber ganz neu ist Diversity bei Beiersdorf natürlich nicht. Es wurde bereits 2012 als Managementthema initiiert und ist eine strategische Säule der C.A.R.E.+ Strategie von Beiersdorf. Ich fange also nicht bei null an und kann auf ein tolles Fundament von Initiativen und Erfolgen aufbauen, die von ebenso engagierten und leidenschaftlichen Kolleg*innen auf den Weg gebracht wurden. Neu ist, dass mit meiner Ernennung im Januar dieses Jahres Diversity and Inclusion eine eigene Leitung hat, direkt unter unserem Personalvorstand, so dass wir D&I noch ehrgeiziger vorantreiben können als bisher.

Die Global Diversity Week ist die dritte große D&I-Initiative in diesem Jahr. Im März war Beiersdorf Hauptsponsor der Impact of Diversity Awards und Partner von BeyondGenderAgenda. Zudem verkündeten wir am Internationalen Frauentag unser Beiersdorf Versprechen, bis 2025 auf allen Führungsebenen unterhalb des Vorstands eine Geschlechterparität von 50/50 zu erreichen. Diese Ambition dient als Leuchtturm im Bereich Diversity, übt aber auch den nötigen Druck für mehr und schnellere Fortschritte aus. Ich bin überzeugt, dass wir durch die Förderung von Vielfalt und den Aufbau einer Mentalität der Inklusion als Unternehmen erfolgreicher werden.

Welche Rolle hat in diesem Zusammenhang unsere Global Diversity Week gespielt?

Unsere Global Diversity Week war der Startschuss für unsere neue unternehmensweite Diversity- und Inclusion Roadmap bei Beiersdorf und hat uns geholfen, ein gemeinsames Verständnis für das Was, Warum und Wie von Diversity & Inclusion zu schaffen. Unser Ziel ist es, eine Kultur schaffen zu können, in der sich jeder zugehörig fühlt und seinen vollen Beitrag leisten kann. Die Global Diversity Week ermöglichte auch einen offenen und transparenten Dialog über ein mitunter sehr sensibles Thema, bei dem verschiedene Mitarbeitende sehr unterschiedliche Perspektiven haben. Diese Gespräche zu führen und diese Spannungsfelder aufzuzeigen, ist ein wichtiger Teil des Weges, den wir als Unternehmen gehen müssen. Es steht außer Frage, dass wir uns vorwärts bewegen und beschleunigen müssen, aber wir müssen uns auch darüber im Klaren sein, dass nicht jeder dies mit der gleichen Geschwindigkeit tun wird. Wenn wir jedoch alle einen Schritt nach vorne machen, können wir enorme Fortschritte und eine echte Wirkung erzielen! Ich persönlich glaube, dass wir mit der Global Diversity Week alle gemeinsam einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. :)

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Diana Lühmann

Über die Autorin: Diana Lühmann

Diana ist bei uns seit Herbst 2019 für die Kommunikation rund um HR und inspirierende Menschen bei Beiersdorf verantwortlich. Dazu gehören unter anderem die Themenfelder Diversity, Learning & Development, Karriere, Führung und Gesundheit. Zuvor verantwortete sie fünf Jahre lang die R&D Communications und erkundete die spannende Welt unserer Forschung und Entwicklung.