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04.06.2021

Jobwechsel im Lockdown: Eine Frage des Willens

Rogier Bart de Jonge ist seit sechs Jahren bei Beiersdorf. Nach verschiedenen Positionen in Amsterdam hat er im September letzten Jahres den Schritt nach Prag gewagt und ist seitdem Country Manager für Ungarn, Tschechien und die Slowakei. Wir sprachen mit dem 39-jährigen Familienmensch über den Jobwechsel mitten im Lockdown, seine wichtigsten ‚Learnings‘ in den letzten Monaten und was ihn als Menschen auszeichnet.

Rogier Bart de Jonge ist seit September 2020 bei Beiersdorf Country Manager für Ungarn, Tschechien und die Slowakei.

Rogier, du bist bereits seit sechs Jahren bei Beiersdorf und hast vor wenigen Monaten den Job des Geschäftsführers für die Länder Ungarn, Tschechien und die Slowakei übernommen. Wie war es für dich, mitten im Lockdown diese Position zu übernehmen?

Es war nicht das perfekte Timing für einen Jobwechsel, aber sagen wir es so: Wenn es einen Willen gibt, gibt es auch einen Weg! Nach meinen vorherigen Jobs im Management Team von Holland, zunächst im Sales, dann im Shopper & Customer Marketing, bedeutete der Jobwechsel für mich in erster Linie eine räumliche Veränderung – in einer nicht ganz einfachen Zeit.

Alles in allem bin ich aber schnell angekommen. Die Teams in allen drei Ländern haben mich sehr offen und freundlich empfangen. Ich bin jetzt voll an Bord und fühle mich nicht mehr wie ‚der Neue‘.

Was waren für dich die größten Herausforderungen – auch abseits der besonderen Corona-Situation?

Covid-19 hat den Start, wie schon gesagt, nicht leichter gemacht. Denn mitten im Lockdown eine Beziehung und Vertrauen zum Team aufzubauen, ist schon eine besondere Herausforderung. Es erfordert noch mehr Feingefühl und die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen. Hinzu kommt, dass ich mich zunächst mit drei neuen, unterschiedlichen Kulturen vertraut machen musste. Das war einerseits extrem spannend, aber eben auch herausfordernd, da bis heute hier nichts ‚normal‘ ist. Unterm Strich sehe ich diese Erfahrung trotzdem als besonders positiv. Für mich waren die letzten Monate trotz oder gerade wegen all dieser Herausforderungen besonders lehrreich…

Zuhören, hinschauen und Vertrauen stärken – so lautet das Erfolgsrezept von Rogier Bart de Jonge.

Inwiefern? Welche ‚Learnings‘ nimmst du für dich mit?

Es klingt zwar simpel, aber mir wurde klar: Die neue Rolle beginnt gleich am ersten Tag, in dem Moment, wenn du zum ersten Mal das Büro betrittst. Und eine weitere wichtige Erkenntnis: Was dich hierhin gebracht hat, wird dich hier nicht zwangsläufig weiter bringen… Denn du kannst alte Verhaltensmuster nicht unbedingt 1:1 übernehmen. Was du weißt oder welche Erfahrungen du früher einmal gemacht hast, lassen sich nicht zwingend auf neue Länder übertragen. Wichtig ist zuzuhören, wie die Dinge im jeweiligen Land gemacht werden und etwas über die lokalen Märkte zu lernen. Und in dieser Hinsicht habe ich in den letzten Monaten wirklich eine Menge gelernt.

Gemeinsam mit seiner Frau Marleen und den drei Kindern Tim, Lauren und Fe wagte Rogier Bart de Jonge den Schritt von Amsterdam nach Prag.

Tschechien war in den letzten Monaten besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen. Wie bist du privat mit dieser schwierigen Situation umgegangen? Und wie war es für deine Familie, die mit dir nach Prag gezogen ist?

Für meine Frau und unsere drei Kids war von Anfang an klar: Wir meistern dieses ‚Abenteuer‘ in Tschechien gemeinsam – als Familie.

Die letzten Monate waren für uns alle wie eine kleine Achterbahnfahrt, aber jeder findet seinen Weg und wir sind sehr glücklich über dieses spannende, neue Kapitel in unserem Leben. Wir sind sehr vorsichtig und halten Abstand, aber genau dadurch ist es natürlich für den Moment schwieriger, Anschluss zu finden und neue Freunde kennenzulernen. Ich bin mir sicher, dass wir einen Teil der verlorenen Zeit wieder aufholen können, sobald Corona überstanden ist. Außerdem ist Prag eine wunderschöne Stadt und wir genießen es sehr, hier als Familie zusammen zu sein.

Seine beiden großen Kinder, Tim und Lauren, unterstützen Rogier Bart de Jonge bei seiner neuen Herausforderung – und besuchen ihn gern mal im Büro.

Was zeichnet dich sonst noch als Mensch und Manager aus?

Meine große Leidenschaft ist Sport. Ich bin selber sehr aktiv – ich versuche, ein- bis zweimal die Woche laufen zu gehen und habe gerade wieder mit Tennis angefangen. Ich schaue aber auch gern Sport im TV. In dieser Hinsicht habe ich das Gefühl, im richtigen Land zu leben. Viele Menschen hier in Tschechien sind ebenso sportbegeistert wie ich. Und genau wie ich lieben sie es, danach ein Bier zu trinken… (lacht)

Was mich sonst ausmacht? Durch meine drei Kinder bin ich ein Morgenmensch und wie viele Niederländer habe auch ich einen sarkastischen Sinn für Humor. Für viele Kolleginnen und Kollegen hier mag das noch ein wenig ungewohnt sein, aber ich arbeite daran, dass sie es lieben werden. (lacht) Es ist außerdem Teil meiner Persönlichkeit, dass ich Dinge nicht allzu ernst – vor allem nicht mich selbst.

Als Manager halte ich die Dinge gern pragmatisch und einfach, denn unser Geschäft ist schon kompliziert genug… Zusammenarbeit ist für mich der Schlüssel zum Erfolg. Und um das zu optimieren, zählt das gegenseitige Vertrauen. In meiner Position als Führungskraft versuche ich daher immer, dieses Vertrauen in meinen Teams zu etablieren und zu stärken. Außerdem bin ich ein Typ, der immer nach vorn und nicht zu viel zurückschaut. Das gilt im Privaten, aber auch im Business.

Blicken wir auf die Länder, für die du nun verantwortlich bist: Was charakterisiert das Geschäft in Ungarn, Tschechien und der Slowakei? Und worauf freust du dich in 2021 am meisten?

Was mich als Geschäftsführer derzeit am meisten freut, ist das große Engagement und die Leidenschaft, die unser Team auch in diesen schwierigen Zeiten an den Tag legt. Es ist aktuell keine einfache Situation, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass 2021 ein starkes Jahr werden kann. Gespannt bin ich auf unsere Innovationspipeline und ich bin überzeugt, dass wir die richtige Einstellung haben, um die Produkte erfolgreich in unsere Märkte zu bringen. Es gibt in unseren drei Ländern zwar viele Gemeinsamkeiten in Bezug auf das Verbraucherverhalten, aber die eine Lösung, die für alle passt, wird es wohl nie geben. Wir gestalten und optimieren unsere Pläne daher kontinuierlich unter Berücksichtigung der lokalen Möglichkeiten und Bedürfnissen. Flexibel und agil zu sein, ist der Schlüssel zum Erfolg in unseren Märkten.

Rogier, herzlichen Dank für das offene Gespräch und die interessanten Einblicke.

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Diana Lühmann

Über die Autorin: Diana Lühmann

Diana ist bei uns seit Herbst 2019 für die Kommunikation rund um HR und inspirierende Menschen bei Beiersdorf verantwortlich. Dazu gehören unter anderem die Themenfelder Diversity, Learning & Development, Karriere, Führung und Gesundheit. Zuvor verantwortete sie fünf Jahre lang die R&D Communications und erkundete die spannende Welt unserer Forschung und Entwicklung.