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28.05.2021

Jobsharing – Zusammen sind wir besser als allein

Wir leben und arbeiten in einem sich schnell verändernden Umfeld, in dem Rollen, Verantwortlichkeiten und Fähigkeiten ununterbrochen angepasst werden müssen. Aber wie sieht es eigentlich mit Arbeitsmodellen aus – wie soll die Zukunft der Arbeit aussehen? Heute werfen wir einen tieferen Blick auf ein Arbeitsmodell, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Was ist Jobsharing und warum ist es sowohl für unsere Mitarbeitenden als auch für Beiersdorf eine interessante Option? Einige unserer Jobsharer*innen geben uns einen Einblick in ihren neuen Arbeitsalltag.

Sandra suchte eine neue Herausforderung, Elke wollte ihre langjährige Expertise teilen. Christian wünschte sich mehr Zeit mit seinen zwei Kindern, Lena plante nach der Elternzeit eine Rückkehr in den Job mit 30 Stunden. Die Beweggründe, sich einen Job zu teilen, sind unterschiedlich. Das Fazit, das die vier Beiersdorf Kolleg*innen in ihrem Gespräch über das Arbeiten im Tandem ziehen, ist gleich: Jobsharing ist für alle ein Gewinn.

Puzzleteile, die ein Ganzes bilden: Elke Schnutenhaus und Dr. Sandra Saladin – kurz ElSa – teilen sich die Position als Innovation Manager Derma & Health Care.

Elke: Sandra und ich arbeiten erst seit Dezember 2020 im Tandem, ihr seid schon länger dabei. Wie kam euer ‚Match‘ zustande?  

Lena: Ehrlich gesagt hatte ich das Thema Jobsharing gar nicht auf dem Zettel. Christian wusste, dass ich nach der Elternzeit wieder einsteigen wollte und hat mich mit dem Vorschlag direkt kontaktiert. Wir kannten uns gut, mein Bauchgefühl hat sofort ja gesagt. Da reichte ein Kaffee.

Sandra: Bei Elke und mir hat es auch direkt gefunkt, allerdings kannten wir uns vorher nicht. Wir sind das erste Job-Tandem, das sich über den offiziellen Matching-Prozess der Personalabteilung und mit der tollen Unterstützung durch unsere Jobsharing-Expertin Christina Braase gebildet hat. Darauf sind wir ein bisschen stolz.

Elke: Ja, das stimmt. Ich bin seit 1990 bei Beiersdorf und habe mit Schwerpunkt Marktforschung auf fast allen Kategorien gearbeitet. Nachdem ich ein halbes Jahr in der Tochtergesellschaft in Südafrika war, bin ich auf unsere Diversity Expertin zugegangen, weil ich meine Marketingerfahrungen mit einer jüngeren Person teilen wollte und mir selbst gegenseitige Inspiration wünschte. Mit Sandra fand ich die perfekte Tandempartnerin, der passende Job im Derma Marketing kam erst anschließend. Mit der Stelle gingen sehr herausfordernde Anforderungen einher, unter anderem, weil im Profil eine Brücke zwischen Science und Marketing gewünscht war. Ziel ist es, Innovationen frühzeitig und gemeinsam mit der Forschung & Entwicklung voranzutreiben, damit die Produktpipeline gut bestückt ist. Sandra kannte sich als promovierte Chemikerin mit Technologien aus, ich selbst mit den Bedürfnissen unserer Konsument*innen.

Sandra: Zusammen haben wir ein Profil aus Marketing und Wissenschaft, das eine einzelne Person kaum mitbringen kann. Deshalb haben wir uns direkt als Tandem beworben, das Modell in unserer Präsentation aktiv vorgestellt, unsere Schnittmengen und Unterschiede betont. Das war ein wichtiger Schlüssel für die Jobzusage. Ein Tipp, den ich unbedingt weitergeben möchte.

Gemischtes Doppel: Lena Rubarth und Christian Ludwig spielen ihre Stärken als Global Senior Transformation Manager NIVEA gemeinsam aus

Christian: Diese Unterschiede sind aus meiner Sicht ein wichtiger Aspekt für die erfolgreiche Zusammenarbeit im Tandem und gewinnbringend für das Unternehmen. Eine Stelle, zwei verschiedene Profile, Perspektiven und Charaktere. Lenas internen Erfahrungen ging eine jahrelange Agenturtätigkeit voraus, ich bin seit 2007 im Beiersdorf Marketing. Für unsere Aufgabe war und ist diese Kombination von großem Vorteil. Wir treiben die Veränderungen voran, die mit dem Aufbau der neuen Agentur ‚Publicis One Touch‘ für das NIVEA Marketing einhergehen, verankern Tools, Prozesse und Herangehensweisen im Unternehmen. 

Lena: Ich kann andere nur ermuntern, sich ein Gegenüber zu suchen, das anders ist als man selbst. In Bereichen, in denen ich mich eigentlich nicht so zuhause fühle, habe ich durch die Arbeit im Tandem unglaublich viel gelernt. Theoretisch haben Christian und ich anfangs gedacht, jeder von uns macht alles. In der Praxis ist das nicht so. Natürlich wissen wir über die Gesamtheit unserer Aufgaben Bescheid, aber entsprechend unserer Stärken setzen wir projektweise den Hut auf.

Christian: Das braucht gegenseitiges Vertrauen und ein gemeinsames Verantwortungsbewusstsein für das, was man macht. Und es braucht Flexibilität, wenn Dinge es erfordern.

Elke: Abgesehen davon, dass die Chemie zwischen den Tandempartner*innen stimmen muss, kommt es darauf an, gemeinsame Werte zu definieren. Was ist uns wichtig? Wie möchten wir zusammenarbeiten? Bei solchen und ähnlichen Fragen hat uns das anfängliche ‚100-Tage-Coaching‘, das Beiersdorf neu gebildeten Tandems im Vorfeld bietet, sehr geholfen.

Sandra: Man darf nicht vergessen, dass es eventuell ein paar Fallstricke geben kann. Wir haben zum Beispiel festgestellt, dass wir zu zweit ganz unbewusst eine gewisse Power ausstrahlen. Deshalb ist es sehr wichtig, die Rollen genau zu klären – nicht nur innerhalb des Tandems, sondern ebenso im Team. Lena oder Christian, welchen Tipp würdet ihr uns geben, damit es auf lange Sicht gut läuft?

Lena: Nach dem Motto ‚wehret den Anfängen‘ solltet ihr euch regelmäßig Zeit nehmen, um innezuhalten. Sind die Prioritäten noch richtig gesetzt? Ist es gut, wie es gerade läuft, oder stört mich etwas? Solche Dinge muss man offen ansprechen und wenn nötig nachsteuern.

Elke: Christian, weißt du eigentlich, dass du für mich eine Vorbildfunktion einnimmst? Wir kennen uns ja auch schon länger, und ich finde es toll, dass du im Job-Tandem arbeitest. Das machen noch nicht viele Männer …  

Christian: Ich habe das Jobsharing-Modell tatsächlich schon eine Weile beobachtet, da ich es einen interessanten Weg finde, Beruf und Familie besser zu vereinen. Gerade wenn beide Elternteile in Vollzeit arbeiten, stößt man leicht an Grenzen. Natürlich muss man das finanziell abwägen, aber für mich wiegt das Mehr an Zeit diese Nachteile auf. Wenn ich durch mein Beispiel andere Männer zum Nachdenken anrege, neue Wege zu gehen, umso besser. Am Ende ist die Entscheidung für ein Teilzeitmodell, egal in welcher Form, etwas ganz Persönliches.

Sandra: Beiersdorf ist in vielen Dingen sehr fortschrittlich, und dennoch gibt es immer Luft nach oben. Wir müssen auch gesellschaftlich alte Denkmuster ablegen, brauchen mehr Offenheit und Mut. Jobsharing bietet interessante Perspektiven, für alle Geschlechter, jedes Alter, unterschiedlichste Fachgebiete und alle Ebenen bis ins Top-Management hinein. Die Arbeit im Tandem ist kein Karriereknick. Oft sind die Arbeitsergebnisse besser, man lernt sehr viel und erdet sich gegenseitig. Davon profitieren alle, sowohl die Mitarbeiter*innen als auch das Unternehmen. 

Beiersdorf job sharing logo

Jobsharing bei Beiersdorf

Seit 2010 treibt die Beiersdorf AG Jobsharing aktiv voran – zum Beispiel bei der Besetzung offener Stellen, die mit dieser Möglichkeit ausgeschrieben werden. Jobsharing ist ein flexibles Arbeitszeitmodell, bei dem sich Arbeitnehmer*innen bei individueller Aufteilung von Arbeitszeiten und Aufgaben eine Rolle als Tandem teilen. Selbst komplexe Jobs, anspruchsvolle Positionen und Führungsaufgaben, die in Teilzeit kaum denkbar wären, lassen sich im Jobsharing bewerkstelligen – einer Karriere sollte also nichts im Wege stehen. Wichtig ist, dass sich die Tandempartner*innen der Entwicklungsmöglichkeiten ihrer gemeinsamen Position bewusst sind und Einigkeit über den inhaltlich eingeschlagenen Weg herrscht. Dabei bietet Beiersdorf gezielt Unterstützung.

Jobinteressenten von außen, die noch ein passendes Gegenüber suchen, können sich an externe Börsen wie Tandemploy wenden, ein langjähriger Beiersdorf Partner auf diesem Gebiet. Nähere Informationen über Jobsharing bei Beiersdorf gibt es hier.

 

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Diana Lühmann

Über die Autorin: Diana Lühmann

Diana ist bei uns seit Herbst 2019 für die Kommunikation rund um HR und inspirierende Menschen bei Beiersdorf verantwortlich. Dazu gehören unter anderem die Themenfelder Diversity, Learning & Development, Karriere, Führung und Gesundheit. Zuvor verantwortete sie fünf Jahre lang die R&D Communications und erkundete die spannende Welt unserer Forschung und Entwicklung.