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21.05.2021

Kulturelle Vielfalt als Erfolgsschlüssel für kreative, neue und innovative Ideen

Seit 2001 feiert die UNESCO am 21. Mai den Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung. Bei Beiersdorf lebt der Bereich Global Procurement Marketing ihn 365 Tage im Jahr. Menschen mit 17 unterschiedlichen Nationalitäten sind Teil des Teams. Was das bedeutet und wie die internationale Zusammenarbeit funktioniert? Darüber haben wir mit der Direktorin Global Procurement Marketing & Media Nelli Louloudi sowie Federico Caro Valero, Procurement Creative Manager, und Procurement Media Manager Victor John Mendoza – genannt VJ – gesprochen.

Hat in Ungarn, den USA und Deutschland gelebt und gearbeitet: Nelli Louloudi, Director Global Procurement Marketing & Media.

Nelli, magst du unseren Leser*innen beschreiben, welche Aufgaben mit eurer Arbeit verbunden sind?

Nelli: Wir sind als interne Partner*innen weltweit an allen strategischen Marketingentscheidungen beteiligt und verantworten rund 70 Prozent der globalen Marketingausgaben von Beiersdorf. Unser Aufgabenspektrum ist breit gefächert. Das beginnt bei der Entwicklung von Transformationsstrategien und reicht bis hin zur Agenturauswahl. Dabei betrachten wir die gesamte Wertschöpfungskette und nehmen verschiedene Rollen ein, sind unter anderem Projektmanager*innen, Strateg*innen, Innovationstreiber*innen und Risikomanager*innen. Wir haben profunde Marktkenntnisse, sind weltweit gut vernetzt und bringen alle Beteiligten an einen Tisch. Unser Ziel sind langfristige Kooperationen mit innovativen Agenturen und Partnern, die in der Lage sind, unsere strategischen Ziele möglichst global umzusetzen. Dies erfordert eine internationale Denkweise und einen entsprechenden Hintergrund.

Inwiefern hilft die kulturelle Vielfalt einem Unternehmen?

Nelli: Insgesamt bin ich davon überzeugt, dass ein vielfältiges und integratives Team der Erfolgsschlüssel für visionäre und innovative Ideen ist. Unsere Kultur und unsere persönlichen wie beruflichen Erfahrungen beeinflussen die Art und Weise, wie wir die Welt sehen. Treffen unterschiedliche Standpunkte aufeinander, ist das nicht nur inspirierend, sondern führt zu höherem Engagement und einer besseren Qualität. Der Einkauf ist ein gutes Beispiel, weil wir global agieren. Natürlich ist es vorteilhaft, wenn in einem Team unterschiedliche Marktkenntnisse zusammenkommen und man in Verhandlungen beispielsweise die Reaktion eines Gegenübers besser einordnen kann, weil man die Kultur des anderen versteht.  

Victor John Mendoza – genannt VJ – schätzt die ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten im Team und die Vielzahl kultureller Einblicke.

Welche Vorteile bringt die kulturelle Vielfalt in der täglichen Teamarbeit mit?

VJ: Auf jeden Fall fördert sie eine besondere Teamkultur, denn man lernt, sich gut und schnell an andere Perspektiven und Arbeitsweisen anzupassen. Wir sind ganz unterschiedliche Persönlichkeiten und bringen eine Vielzahl kultureller Einblicke mit. Das lädt dazu ein, offen zu denken. Bei uns sind Teamgespräche immer interessant und lebendig.

Federico: Das kann ich bestätigen. Unsere Diskussionen führen oft zu einer höheren Kreativität, die letztendlich zu besserem Output führt.

Nelli: Man könnte meinen, dass diverse Teams mehr Zeit brauchen, um zu einer Lösung zu kommen. Das Gegenteil ist der Fall. In Wahrheit bieten vielfältige Optionen uns die Möglichkeit, schnell den besten Weg zu finden, fokussiert zu entscheiden und zu handeln.

Was braucht es, um ein interkulturelles Team zu führen?

Nelli: Ich leite den Einkauf von Marketingleistungen seit zehn Jahren und hatte von Anfang an die Vision, ein vielfältiges Team mit einem breiten Fachwissen aufzubauen. Dass wir das heute sind, macht mich stolz. Aber es war ein langer Weg, und eine solche Entwicklung braucht Zeit, Offenheit und Toleranz, neue Denkweisen und Flexibilität. Mein Führungsteam und ich müssen es vorleben und Zusammengehörigkeit herstellen, so dass sich alle akzeptiert und wertgeschätzt fühlen. Dem Team gut zuzuhören, ist eine wichtige Basis. Wir versuchen, auch mit dem Herzen zu führen. Bestimmt nicht immer perfekt, aber authentisch und mit gemeinsamen Werten. Bei uns sind das Leidenschaft, Fürsorge und Vertrauen. Dass wir als Team gut funktionieren, macht sich in der aktuellen Pandemie bemerkbar. Es ist toll zu sehen, wie die Teammitglieder sich gegenseitig unterstützen – sowohl fachlich als auch emotional.  

Federico Caro Valero beschäftigt sich schon im Vorfeld einer Zusammenarbeit mit dem kulturellen Hintergrund seines Gegenübers, um Missverständnisse zu vermeiden.

Welche Herausforderungen sind mit kultureller Vielfalt verbunden?

Federico: Natürlich gibt es Aspekte, auf die man achten muss, wenn man mit Kolleg*innen anderer Kulturen arbeitet. Manchmal können Mimik oder kleine Gesten zu Unsicherheiten führen. Um Missverständnisse zu vermeiden, beschäftige ich mich schon im Vorfeld mit dem kulturellen Hintergrund meines Gegenübers. Respektvoll und neugierig zu sein, hat mir immer geholfen, Neues über andere Kulturen zu erfahren und auch Freundschaften aufzubauen.

VJ: Ich selbst komme gebürtig von den Philippinen und fand es anfangs herausfordernd, mich auf verschiedene Arbeitsweisen und Auffassungen von professioneller Etikette einzustellen. Dazu gehören Kommunikationsstile, an die ich mich erst gewöhnen musste. Menschen aus Asien sind beispielsweise in der Art, wie sie ihre Meinung äußern, eher konservativ und zurückhaltend, während Europäer geradlinig und direkt sind.  

Federico (lacht): Das stimmt. Ich als Spanier bin da sehr leidenschaftlich und emotional. Durch die Zusammenarbeit mit Kolleg*innen anderer Kulturen habe ich gelernt, meine Art der Kommunikation anzupassen, ohne meine Authentizität zu verlieren.

Welches sind die wichtigsten Voraussetzungen für die interkulturelle Zusammenarbeit?

Nelli: Wie Federico und VJ gesagt haben, sind Offenheit und gegenseitiger Respekt sehr wichtig, um die Herausforderungen, die mit kultureller Vielfalt einhergehen, zu meistern. Darüber hinaus muss man transparent und viel kommunizieren. Um sicherzustellen, dass man verstanden hat, was gemeint war, sollte man besser einmal mehr nachfragen. Wir unterstützen das interkulturelle Verständnis durch Empathie und Wertschätzung.

Von Argentinien bis Australien: Im Global Procurement Marketing & Media ziehen 17 Nationalitäten an einem Strang.

Federico und VJ, welche Dinge habt ihr von anderen übernommen, die in eurer Kultur eher ungewöhnlich sind?

Federico: Bei uns in Spanien ist es sehr unüblich, vor 14 Uhr Mittag zu essen. Seit ich bei Beiersdorf arbeite, gehe ich mit meinen deutschen Kolleg*innen schon um 12 Uhr in die Kantine. Es klingt vielleicht ein bisschen komisch, aber ich mag das!

VJ: Auf den Philippinen machen wir bei der Arbeit viele Überstunden – selbst dann, wenn es gar nicht notwendig ist. Gerade in der Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen aus Europa habe ich viel über die Bedeutung einer ausgewogenen Work-Life-Balance gelernt. In Deutschland arbeitet man sehr konzentriert und fleißig, was zu einer höheren Produktivität führt. Die meisten Leute schätzen ihre Zeit, und so werden Kalender oft gut gepflegt und Zeitpläne eingehalten. Für mich war das auf jeden Fall eine willkommene Art und Weise, von der ich profitiere und die ich selbst angenommen habe.

Wie hat euch die interkulturelle Zusammenarbeit persönlich bereichert?

VJ: Ich glaube, sie hat mich zu einem vielseitigeren und positiveren Menschen gemacht. Meine Erfahrungen haben dafür gesorgt, dass ich heute offener bin. Mein kulturelles Bewusstsein ist gewachsen und ich habe mehr Verständnis für andere Perspektiven.

Federico: Das ist bei mir ähnlich. Durch die Möglichkeit, faszinierende Dinge aus verschiedenen Teilen der Welt zu lernen und enge Freundschaften zu schließen, bin ich viel aufgeschlossener als früher.

Nelli, welchen Tipp gibst du anderen mit auf den Weg?

Nelli: Man muss von Stereotypen wegkommen und Diversität auch zelebrieren. In unserem Team gibt es nicht nur Menschen unterschiedlicher Kulturen, sondern verschiedene Altersgruppen, Lebensweisen oder Arbeitsmodelle wie beispielsweise Jobsharing. Es gibt niemals nur einen richtigen Weg, alle bringen als Individuen etwas ein. Die Unterschiede machen uns wertvoll und besonders. Wenn man sich das bewusst macht, ist kulturelle Vielfalt ein riesiges Geschenk.

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Diana Lühmann

Über die Autorin: Diana Lühmann

Diana ist bei uns seit Herbst 2019 für die Kommunikation rund um HR und inspirierende Menschen bei Beiersdorf verantwortlich. Dazu gehören unter anderem die Themenfelder Diversity, Learning & Development, Karriere, Führung und Gesundheit. Zuvor verantwortete sie fünf Jahre lang die R&D Communications und erkundete die spannende Welt unserer Forschung und Entwicklung.