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04.03.2021

Eine Frage der Haltung

Ab 50 auf die Rente warten? Für Klaus-Peter Mikulla ist das keine Option. Der Logistikexperte brennt für Beiersdorf, seinen Job und die Generation 50plus. Mit sechs weiteren Mitstreiter*innen initiierte er eine Community, die diese Gruppe in den Fokus nimmt. 

Portrait Mikulla

Der demografische Wandel ist in Deutschland angekommen. Jede zweite Person zwischen Sylt und den Alpen ist heute älter als 45 Jahre. Die meisten Länder Europas durchlaufen eine ähnliche Entwicklung. Niedrige Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung sind die Gründe. Folgen hat das auch für das gesellschaftliche Leben und den Arbeitsmarkt, in Deutschland unter anderem durch die stufenweise Verlängerung des aktiven Arbeitslebens bis 67 Jahre (ab 2024): „Die Altersspanne von 50 bis zur Rente dauert 17 Jahre. Das ist eine lange Zeit, die es sinnvoll zu füllen gilt“, betont Klaus-Peter Mikulla. Das Thema treibt den heute 61-Jährigen seit der Abschaffung der klassischen Altersteilzeit vor rund neun Jahren um. Mit viel Rückenwind von Beiersdorf und jeder Menge Herzblut gründeten er und sechs weitere Kolleg*innen 2018 die Community „New Generation 50+“ und trafen damit ins Schwarze: Mittlerweile verzeichnet die Gruppe rund 230 Follower – Tendenz steigend.

Vielfalt macht Teams besonders erfolgreich

Ein Zuhause fand Community „New Generation 50+“ im Bereich Diversity & Inclusion. Dass dieses Mitarbeiter*innen-Netzwerk dort angesiedelt wurde, ist kein Zufall. Der Ansatz besagt, dass Teams besonders dann erfolgreich sind, wenn unterschiedliche Persönlichkeiten, Kulturen und Altersklassen zusammenarbeiten. Doch wie so häufig ist die graue Theorie in der Praxis eine Herausforderung. Bei der Recherche über die Generation 50plus auf dem Arbeitsmarkt landet man schnell bei Vorurteilen – zu unflexibel, schlechter motiviert, technisch wenig affin. Haltbar ist das in der Regel nicht, weiß Klaus-Peter Mikulla: „An der Auflösung solcher Mythen wollen wir arbeiten. Jemand mit Erfahrung wünscht sich Perspektiven genauso wie jüngere Kolleg*innen. Ich bin sicher, hier gibt es jede Menge Potenzial, das es nur freizulegen gilt. Natürlich gibt es Leute, die den Spaß an der Arbeit mit den Jahren verloren haben. Häufig liegt das aber an Begleitumständen, zum Beispiel am Pendeln oder dem Wunsch nach flexiblen Arbeitszeitmodellen. Daran lässt sich arbeiten.“

Klaus-Peter Mikulla und seine Mitstreiter*innen sind angetreten, Chancen aufzuzeigen und die Zukunft aktiv zu gestalten. Damit dies gelingt, braucht es auf allen Seiten einen Paradigmenwechsel. Der wohl wichtigsten Voraussetzung, anderen gegenüber offen zu sein, half „New Generation 50+“ noch vor Corona mit einem generationsübergreifenden Speed-Dating auf die Sprünge. Das Konzept kam sehr gut an, berichtet Klaus-Peter Mikulla: „Derzeit denken wir über eine virtuelle Variante in sogenannten Microsoft-Teams Breakout-Rooms nach. Wenn die Pandemie es wieder zulässt, sollen auf jeden Fall wieder persönliche Speed-Datings stattfinden.“

Schnittstellen mit anderen Unternehmen

Von ihrer normalen Arbeitszeit können Klaus-Peter Mikulla und seine sechs Mitstreiter*innen vier Stunden pro Monat für ihr Engagement nutzen. Zeit, die das Team gezielt einsetzt. So arbeiten die Kolleg*innen derzeit am Aufbau eines Info-Hub, das die Thematik betrachtet und wertvolle Tipps liefern soll – über Ernährung, Sport, Weiterbildung und neue Technologien, aber auch über den sanften Ausstieg aus dem aktiven Berufsleben. Darüber hinaus kooperiert „New Generation 50+“ mit anderen Unternehmen wie der Otto Group. „Wir arbeiten an denselben Themen, stehen in einem engen Dialog und kooperieren mit dem Demographie Netzwerk (ddn) in Hamburg“, berichtet Klaus-Peter Mikulla. Gemeinsam gründeten die Partner bereits ein „Meta-Netzwerk“ für den kollegialen Austausch – mit dem Ziel, dafür weitere Unternehmen zu gewinnen. Das Interesse ist groß, ergänzt er: „Viele wollen ebenso wie wir etwas aufbauen. Wir geben unsere Erfahrungen weiter, unter anderem in Online-Workshops.“  

Generation 50

Neue Arbeitszeitmodelle als Zukunftsthema

Weil alle Menschen nun mal älter werden, ist und bleibt die Gestaltung des Erwerbslebens mit 50plus ein Dauerbrenner. Nicht zuletzt deshalb freut sich „New Generation 50+“ über jüngere Kolleg*innen, die sich einbringen. „Wir formen die Arbeitswelt von morgen und sind ein Teil von New Work sowie dem damit verbundenen Strukturwandel. Die Veränderungen, die wir heute schaffen, kommen den nachfolgenden Generationen zugute“, so Klaus-Peter Mikulla. Dabei denkt er unter anderem an neue Konzepte wie das Arbeiten im Job-Tandem. Als Diversity-Expertin ermutigt Christina Braase Kolleg*innen, sich für dieses Arbeitszeitmodell zu öffnen und hilft bei der Suche nach dem perfekten Match: „Wir haben schon einige Tandems, die sehr glücklich und erfolgreich zusammenarbeiten. Generationsübergreifend ist das noch die Ausnahme, aber ich bin davon überzeugt, dass dieses Modell, zum Beispiel als Succession-, also Nachfolge-Tandem, Zukunft hat und viele Chancen bietet – auch für das Unternehmen.“ 

„Sich mit Neuem zu beschäftigen, hält jung“

Neugier und lebenslanges Lernen sind der wohl wichtigste Treibstoff, mit dem ein Arbeitsleben dauerhaft Spaß macht. Für Klaus-Peter Mikulla ist das eine Frage der Haltung: „Wer im Kopf alt ist, war dies meistens schon in jungen Jahren. Der Muskel Gehirn will ebenso bewegt werden wie der Körper. Sich mit Neuem zu beschäftigen hält einen jung.“ Kommen dazu Vorteile wie über viele Jahre aufgebautes Wissen, funktionierende Netzwerke, Besonnenheit und hohe Sozialkompetenz, die ältere Kolleg*innen häufig mitbringen, ist man mit 50plus eine Bereicherung für die Unternehmenskultur und damit Gold wert.

“New Generation 50+” freut sich über interessierte und aktive Follower bei LinkedIn

 

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Diana Lühmann

Über die Autorin: Diana Lühmann

Diana ist bei uns seit Herbst 2019 für die Kommunikation rund um HR und inspirierende Menschen bei Beiersdorf verantwortlich. Dazu gehören unter anderem die Themenfelder Diversity, Learning & Development, Karriere, Führung und Gesundheit. Zuvor verantwortete sie fünf Jahre lang die R&D Communications und erkundete die spannende Welt unserer Forschung und Entwicklung.