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02.09.2020

„Da war für mich klar, dass ich Syrien verlassen muss.“

Mohammad Khalefeh

Mohammad Khalefeh, heute 23 Jahre alt, flüchtete vor fünf Jahren aus Damaskus. In Syrien sah er im Krieg, wie sein bester Freund bei einem Raketenangriff starb. Und er begriff, dass er eine Entscheidung treffen muss. Rückblickend sagt er heute: „In Syrien hatte ich die Wahl: Entweder ich gehe zum Militär und töte – oder ich werde als Zivilist getötet. Da war für mich klar, dass ich gehen muss. An einen Ort, an dem ich mich sicher und wohlfühle, an dem ich mich weiterentwickeln kann, an dem ich Möglichkeiten habe.“ Rund 7.000 Euro zahlte Mohammad für seine Flucht. Vier Wochen war er damals unterwegs: zu Fuß, mit dem Bus, auf dem Schlauchboot, gemeinsam mit 40 anderen Personen – aber ohne seine Familie. Die Mutter und zwei Geschwister blieben in Damaskus zurück, der Vater in Aleppo.

Erste Schritte in eine neue Welt

Kaum in Deutschland angekommen, unterstützte ihn die Hamburger Initiative „Kids Welcome“. Sie begleitet geflüchtete Kinder und Jugendliche bei ihren ersten Schritten in eine neue Welt, hilft bei der Integration in einem fremden Land. Bei „Kids Welcome“ absolvierte Mohammad schließlich seinen Bundesfreiwilligendienst. In dieser Zeit lernte er eine Kollegin von Beiersdorf kennen. Dann ging alles ganz schnell. „IT war schon immer mein Thema, deshalb war ich froh, dass ich bei Beiersdorf ein einjähriges Praktikum, mein sogenanntes Einstiegsqualifizierungsjahr, absolvieren durfte. Das Team hat mich sehr herzlich aufgenommen. Und ich habe schnell gemerkt, dass ich mich hier sehr wohlfühle und zugleich eine Menge lernen kann.“

Verständnis für die Lebensumstände von Geflüchteten fördern

Bis heute engagiert sich Mohammad weiter bei „Kids Welcome“: Gemeinsam mit anderen Geflüchteten besucht er im Rahmen des Projekts „WALK IN MY SHOES“ Schulen und berichtet den Kindern und Jugendlichen von seinem Leben in Damaskus und seiner Flucht. „Viele fragen mit großen Augen neugierig nach: Wie ist das Leben in Syrien? Wie war es vor dem Krieg? Lebt deine Familie noch? Hast du Kontakt zu ihnen? Hast du Tote gesehen? Wie gefährlich war die Flucht?“ Nicht immer beantwortet Mohammad alle Fragen ausführlich – „die Realität ist gerade für die Jüngeren oft zu hart“. Trotzdem möchte er vermitteln, was Flucht wirklich bedeutet – mithilfe von Perspektivwechseln, Fragerunden und interaktiven Spielen.

Interview Mohammad Khalefeh

„Ein Weg in eine neue Zukunft“

Mohammad Khalefeh ist dankbar für die Wendung, die sein Leben genommen hat, und die Perspektiven, die sich ihm heute bieten. Denn auch nach seinem Praktikum bleibt er Teil der Beiersdorf-Familie: „Im August durfte ich meine Ausbildung zum Fachinformatiker bei Beiersdorf starten. Eine Chance, für die ich Beiersdorf von Herzen danke, denn sie eröffnet mir einen Weg in ein neues Leben, in eine neue Zukunft.“


Das ARD Morgenmagazin hat Mohammad einen Tag lang begleitet. Den Beitrag vom 31. August 2020 findet ihr in der ARD Mediathek.

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Über die Autorin: Martina Perez

Martina gehört als PR-Referentin seit vielen Jahren zum Team der Abteilung Corporate Communications und kennt sich bestens in der Medienszene aus. Und die Journalisten kennen Martina. Sie koordiniert und beantwortet Medienanfragen, betreut Dreharbeiten, ist Ansprechpartnerin u.a. für den Pressespiegel und die Medienbeobachtung, und sie verantwortet die Konzeption und Organisation ausgewählter Pressekonferenzen, zum Beispiel für das erfolgreiche langjährige Kooperationsprojekt von NIVEA und der DLRG.