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17.06.2020

„Ich hätte nicht gedacht, dass ein Praktikum im Homeoffice funktionieren kann.“

Sie sind erst seit wenigen Monaten bei Beiersdorf, aber haben das Arbeiten in der Corona-Krise hautnah miterlebt: Tina Haverkamp (24) arbeitet seit Februar als Praktikantin im Bereich E-Commerce in der Business Unit Pharmacy. Jelena Osenbrügge (20) ist Auszubildende zur Chemielaborantin im ersten Lehrjahr. Im Interview blicken die beiden zurück auf die vergangenen Wochen – und erklären, warum Beiersdorf für sie auch in schweren Zeiten ein guter Arbeitgeber ist.

Tina und Jelena, werfen wir zunächst einmal einen Blick auf eure Zeit vor der Corona-Krise. Wie sah bei euch ein typischer Arbeitstag aus?

Tina: Meine Aufgaben waren geprägt durch viel Abwechslung und Vielfalt. Ich habe das Team in ganz unterschiedlichen Bereichen unterstützt, zum Beispiel bei der Vermarktung unserer Produkte über die Online-Versandhändler. Oder bei der Aktualisierung von Kennzahlen für verschiedene Dashboards. Jeden Tag gab es neue, spannende Themen und ich habe dabei wirklich viele wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Jelena: Als Azubi verteilt sich meine Zeit in drei große Blocks – Berufsschule, Beiersdorf-Lehrlabor und praxisorientierter Abteilungseinsatz wechseln sich etwa im 8-Wochen-Rhythmus ab. Und ich bin froh, dass ich alle drei Bereiche schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie durchlaufen konnte. Unmittelbar vor dem Lock-Down war ich im Praxiseinsatz im Product-Development-Labor für Gesichtspflegeprodukte. Eine super spannende Zeit, in der ich direkt am Produkt mitarbeiten konnte.

Jelena Osenbruegge
Homeoffice statt Labor: Jelena Osenbrügge ist dankbar über die Unterstützung ihrer Ausbildung.

Inwiefern hat sich eure Arbeit verändert, als Beiersdorf Mitte März kurzerhand auf Homeoffice umgestellt hat. Fühltet ihr euch gut aufgehoben? Wie wurdet ihr unterstützt?

Jelena: Tatsächlich kam der Wechsel sehr plötzlich, aber ich finde es toll, wie frühzeitig und verantwortungsbewusst Beiersdorf reagiert hat, um uns Mitarbeiter zu schützen und uns ein sicheres Gefühl zu geben. Beiersdorf hat so viele tolle Initiativen auf die Beine gestellt und durch Aktionen, wie die Verteilung von Desinfektionsmitteln, fühlte ich mich absolut wertgeschätzt. Auch unsere Ausbilder haben uns in dieser Zeit gut aufgefangen und uns statt im Lehrlabor im Online-Unterricht neue Inhalte vermittelt. Sie haben uns auch immer auf den aktuellsten Stand gebracht, was Covid-19 angeht. Das fand ich schon enorm – und wie ich im Gespräch mit Azubis von anderen Unternehmen erfahren habe, ist das längst nicht selbstverständlich! So etwas wie ein Lehrlabor haben offensichtlich die wenigsten Hamburger Unternehmen und auch Homeoffice gab es in der Regel nicht.

Tina: Der Wechsel vom Office ins Homeoffice klappte bei mir wirklich gut. Ich war weiterhin in das Tagesgeschäft eingebunden und wurde wie alle anderen im Team mit allen notwendigen technischen Mitteln ausgestattet. Zunächst war ich skeptisch, ob ein Praktikum in Heimarbeit tatsächlich funktionieren kann, aber ich wurde sehr schnell vom Gegenteil überzeugt! Während der Homeoffice-Phase haben wir uns im Team jeden Morgen im „Daily Call“ ausgetauscht. Darüber hinaus habe ich mehrmals täglich mit meinen Kollegen telefoniert, um Fragen zu klären und Themen zu besprechen. Das ist zwar nicht dasselbe, wie ein persönliches Gespräch im Büro, aber es klappte insgesamt sehr gut! Ich würde sogar sagen, dass ich fachlich genau so viel dazugelernt habe, als wenn es Corona nicht gegeben hätte.

Habt ihr euch jemals Sorgen um euren Praktikums- und Ausbildungsplatz gemacht?

Tina: Der Abbruch meines Praktikums war zu keiner Zeit ein Thema – das war schon top! Alles lief ganz normal weiter – sofern man beim Homeoffice von „normal“ sprechen kann. Aber wie schon gesagt: Auch das klappte erstaunlich gut und ich fühlte mich immer als fester Teil des Teams.

Jelena: Natürlich war jeder von uns Azubis anfangs sehr verunsichert. Aber die Gespräche mit unseren Ausbildern haben dazu beigetragen, dass unsere Sorgen schnell verflogen. Keiner musste sich ernsthafte Gedanken um seinen Ausbildungsplatz machen und uns wurde von Anfang an in Aussicht gestellt, dass wir uns auch um unsere erste Abschlussprüfung keine Sorge machen müssen. Ich fühle mich dadurch absolut privilegiert. Diese Sicherheit im Rücken zu haben war wichtig, um die Corona-Zeit auch mental gut zu überstehen.

Tina Haverkamp
Sammelte auch im Homeoffice vielfältige Erfahrungen: Tina Haverkamp.

Wie wichtig war euch in dieser besonderen Zeit eine Routine? Wie habt ihr die Zeit im Homeoffice für euch organisiert?

Jelena: Wir hatten mit unseren Ausbildern jeden Morgen um 9 Uhr ein virtuelles Treffen, in dem genau besprochen wurde, was wir an dem Tag bearbeiten. Das hat mir sehr viel Struktur gegeben und extrem geholfen. Der Unterricht erfolgte dann in der Gruppe, ergänzend bekamen wir Zeit, um zum Beispiel ein Referat vorzubereiten, das wir vor der Gruppe online präsentiert haben.

Tina: Der bereits erwähnte „Daily Call“ war ein wichtiger Bestandteil meiner täglichen Routine. Darüber hinaus habe ich mir mein Homeoffice im Wohnzimmer meiner WG eingerichtet. Das war mir wichtig, denn ich wollte Schlafen, Essen und Arbeiten klar voneinander trennen. Diesen räumlichen Wechsel habe ich auch bis heute so beibehalten. Mir fällt es so einfach leichter, nach Feierabend einen klaren Schlussstrich zu ziehen. Gleichzeitig hilft es mir dabei, mich voll und ganz auf die Arbeit konzentrieren zu können.

Jelena, Ende April wäre dein 8-wöchiger Berufsschulblock regulär gestartet. Inwiefern wurde die Berufsschulzeit durch Covid-19 beeinflusst?

Jelena: Der Unterricht hat Corona-bedingt nur sehr eingeschränkt stattgefunden. Statt sechs Stunden pro Tag waren wir nur an zwei Tagen pro Woche für jeweils vier Stunden in der Berufsschule – und das nur in geteilter Klassenstärke und unter Beachtung der Abstandsregeln. Ergänzend haben wir über eine Online-Plattform Arbeitsmaterialien erhalten, die wir dann zu Hause bearbeiten mussten. Und wir haben kleine Lerngruppen gebildet, in denen wir Aufgaben besprechen und Fragen klären konnten. Hier hat sich ganz deutlich gezeigt, welchen Vorsprung wir Beiersdorf-Azubis haben – denn durch den zusätzlichen Online-Unterricht unserer Ausbilder waren wir bei vielen Themen weit voraus und konnten unseren Klassenkameraden sogar helfen.

So langsam kehrt Stück für Stück mehr Normalität in den Arbeitsalltag ein. Wie sieht das „neue Normal“ bei euch aus? Inwiefern beeinflusst Corona aktuell noch dein Praktikum bzw. deine Ausbildung?

Tina: Mittlerweile sind wir bei der Business Unit Pharmacy in zwei Gruppen eingeteilt worden: blau und grün – mit dem Zweck, dass täglich nur etwa die Hälfte aller Mitarbeiter im Büro sind und die Ansteckungsgefahr dadurch minimiert wird. Beide Gruppen kommen halbwöchig versetzt ins Büro. Ich gehöre zum Beispiel zur grünen Gruppe und bin jede Woche Donnerstag und Freitag bei Beiersdorf, jede zweite Woche zusätzlich mittwochs. Die restlichen Tage arbeite ich wie gewohnt aus dem Homeoffice.

Jelena: Bei mir startet Mitte Juni mein Abteilungseinsatz bei tesa – und darauf freue ich mich wirklich sehr! Dort kann ich dann jeden Tag ganz normal zur Arbeit gehen, da das Labor groß genug ist, um die Abstandsregeln einzuhalten. Bei meinen Mit-Azubis schaut es aber zum Teil anders aus: Hier sind die Regelungen je nach Laborgröße anders. Manchmal können 50 Prozent, manchmal 75 Prozent der Kollegen zeitgleich in einem Labor sein.

Was würdet ihr rückblickend über eure Arbeit in der Corona-Krise sagen? Hat Beiersdorf euch aus Azubi- bzw. Praktikanten-Sicht überzeugt? Und was würdet ihr zukünftigen Praktikanten und Auszubildenden raten?

Tina: Ich bereue es überhaupt nicht, dass mein Praktikum nun genau in die Corona-Krise gefallen ist – ganz im Gegenteil! Ich habe wirklich eine Menge gelernt und konnte sehr viel für mich mitnehmen. Ich fand es wahnsinnig spannend zu sehen, wie ein Großkonzern auf so einen exogenen Schock reagiert: Wie und in welchem Umfang wird mit den Mitarbeitern kommuniziert? Wie positioniert sich das Unternehmen nach außen? Ist das Unternehmen flexibel und agil genug, um schnell und angemessen reagieren zu können? Aus heutiger Sicht kann ich alles sehr positiv beantworten. Und ich bin sehr dankbar, diese Erfahrung hautnah erlebt zu haben. Beiersdorf hat sich als vorbildlicher Arbeitgeber gezeigt, der sich gut um seine Mitarbeiter kümmert und dabei stets um das Wohlergehen jedes Einzelnen bemüht ist

Jelena: Natürlich war es auch für mich absolut spannend zu sehen, wie professionell Beiersdorf in einer Krise von dieser enormen Dimension agiert. Keiner von uns Azubis fühlte sich allein gelassen und das sagt schon viel über die besondere Unternehmenskultur bei Beiersdorf aus – denn wir sind ein Team! Soweit ich weiß, besteht auch für die Zukunft absolute Sicherheit für alle Auszubildenden: Die neuen Azubis gehen im August ganz normal an den Start und auch die Azubis im dritten Lehrjahr wissen, dass sie trotz Corona übernommen werden. Und das sind doch fantastische Aussichten!

Danke euch beiden für das sehr interessante Gespräch!

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Diana Lühmann

Über die Autorin: Diana Lühmann

Diana ist bei uns seit Herbst 2019 für die Kommunikation rund um HR und inspirierende Menschen bei Beiersdorf verantwortlich. Dazu gehören unter anderem die Themenfelder Diversity, Learning & Development, Karriere, Führung und Gesundheit. Zuvor verantwortete sie fünf Jahre lang die R&D Communications und erkundete die spannende Welt unserer Forschung und Entwicklung.