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18.02.2020

„Der Social Awareness Day hat mir die Augen ein Stück weiter geöffnet“

Hamburg ist eine Perle: Jahr für Jahr zieht die Hansestadt Millionen Touristen an, und ihren Bewohnern bietet sie eine hohe Lebensqualität. Doch diese Perle hat auch eine gar nicht so glänzende Seite: Viele Menschen haben von alledem nichts. Im Gegenteil, sie müssen ums Überleben kämpfen. Laut einer Zählung des Hamburger Senats leben zurzeit mindestens rund 2.000 Personen obdachlos auf der Straße. Und dies sei nur die Untergrenze, heißt es, die Dunkelziffer sei vermutlich weitaus höher. 

Gemeinsam mit unserem Partner, dem Hamburger Straßenmagazin „Hinz & Kunzt“, organisieren wir bei Beiersdorf seit zehn Jahren diesen besonderen „Rundgang“. Dabei sensibilisieren wir unsere Auszubildenden für die Situation obdachloser Menschen und motivieren sie, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. „Die Azubis merken so, dass es nicht allen Mitmenschen so gut geht wie ihnen“, beschreibt Fabian Wrieden den Zweck der Kooperation. Fabian gehört zum Ausbilder-Team und betreut auch den Social Awareness Day. „Wir möchten ihr Bewusstsein schärfen“, erzählt er, „ihnen Wertschätzung vermitteln und sie als Persönlichkeiten weiterentwickeln.“

„Diese Orte stehen in keinem Reiseführer“

Ende Januar machten sich 37 unserer Azubis des gesamten 2. Lehrjahrs an der Seite ihres Begleiters Chris auf den Social-Day-Stadtrundgang durch die Hamburger City. Unter ihnen waren angehende Informatikkaufleute ebenso wie Chemikanten oder Mechatroniker. Aufgeteilt in zwei Gruppen besuchten sie „Orte, die in keinem Reiseführer stehen“, wie es „Hinz & Kunzt“ formuliert. So lag beispielsweise das „Drob Inn“ auf ihrem Weg, eine Anlaufstelle für suchtkranke Menschen, die dort unter Aufsicht Drogen konsumieren können. „Für mich war dies ein beeindruckender Platz, da ich von dieser Einrichtung bis dahin nichts gehört hatte“, berichtet Max-Philipp Koplin, angehender Industriekaufmann. Auch den „StützPunkt“ der Caritas steuerten die Gruppen an. Dort finden obdachlose Menschen Schließfächer für ihre Sachen. Sie können duschen und erhalten medizinische und psychologische Betreuung. 

Dankbar für intensive Einblicke

Begleiter Chris, der auch obdachlos war, sprach mit Max-Philipp und teilte seine persönlichen Erfahrungen. „Chris hat ganz offen gesprochen – auch mit Witz und Humor“, sagt er. „Davon, dass wir Obdachlose erstmal Fragen sollten, was sie wirklich benötigen, bevor wir ihnen Brötchen und Kaffee vorbeibringen. Und von seiner persönlichen Abwärtsspirale in die Obdachlosigkeit. Von seinem starken Alkoholkonsum und seiner Lebenspartnerin, die an Krebs gestorben ist. Das hat mich bewegt.“ Heute lebt Chris nicht mehr auf der Straße. Sein Arbeitgeber „Hinz & Kunzt“ bürgt für seine Wohnung. Max-Philipps Resümee fällt positiv aus: „Wenn ich heute darüber nachdenke, was dieser Tag in mir ausgelöst hat, kommt mir immer wieder ein Gedanke in den Sinn: Obdachlosigkeit kann jeden treffen. Und es kann ganz schnell gehen. Das ist mir bewusst geworden. Ich bin dankbar dafür, dass wir im Kreis der Azubis diese Einblicke in das Leben obdachloser Menschen erhalten haben. Der Social Awareness Day hat mir die Augen ein Stück weiter geöffnet.“

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Über die Autorin: Martina Perez

Martina gehört als PR-Referentin seit vielen Jahren zum Team der Abteilung Corporate Communications und kennt sich bestens in der Medienszene aus. Und die Journalisten kennen Martina. Sie koordiniert und beantwortet Medienanfragen, betreut Dreharbeiten, ist Ansprechpartnerin u.a. für den Pressespiegel und die Medienbeobachtung, und sie verantwortet die Konzeption und Organisation ausgewählter Pressekonferenzen, zum Beispiel für das erfolgreiche langjährige Kooperationsprojekt von NIVEA und der DLRG.