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28.11.2019

Der erste Schritt einer großen HerausforderungEin Interview mit Catja Prykop, Global Marketing Director NIVEA face cleansing

Katrin: „Catja, toll dass es klappt, dass wir uns treffen. Du hast ein ganz besonderes Produkt mitgebracht zu unserem Termin. Auf den ersten Blick sieht es ziemlich normal aus: Was ist das Besondere daran?“

Catja: „Ich habe eines unserer neuen NIVEA Face Cleansing Oils dabei – ein sehr effektives Reinigungsprodukt, das die Haut super schön weich macht. Das Besondere an dem Produkt ist unter anderem die Flasche, die nämlich zu 25% aus Rezyklat, also recyceltem Plastik besteht. Das ist neu für uns – bisher haben wir ausschließlich mit neuem Material gearbeitet. Aber die Zeiten ändern sich: Plastik ist zu einem großen und wichtigen Thema geworden, das wir angehen müssen. Daher ist es toll, hier die erste rPET Flasche in der Hand zu halten, die es innerhalb des gesamten NIVEA Sortiments gibt. Ein erster wichtiger Schritt dahin, unsere Zielsetzung für 2025 zu erreichen: bis dahin wollen wir das gesamte NIVEA Sortiment in Europa mit 25% recyceltem Material herstellen.“

Katrin: „Danke, Catja, das klingt sehr spannend. Gab es besondere Herausforderungen, dieses Projekt umzusetzen, wenn es quasi das erste dieser Art war?“

Catja: „Als wir uns ungefähr vor einem Jahr entschieden haben rPET einzusetzen, ging es vor allem darum den visuellen Effekt auszutarieren. Die neuen Cleansing Oils sind wirklich sehr hochwertig und so sollte es dann natürlich auch aussehen. Verpackungen aus recyceltem PET bringen i.d.R. einen gewissen Grauschleier mit sich. Aber der Markt entwickelt sich sehr schnell, die Konsumenten sind kulant, was die Optik angeht und schätzen unsere Bemühungen. Die Herausforderung war also, darauf zu vertrauen, dass es die Verbraucher akzeptieren würden.“

Katrin: „Was hast Du oder auch ihr als Team bei dem Projekt gelernt?“

Catja: „Wir haben gelernt, dass man Mut zum Ausprobieren haben muss und neue Wege einfach mal beschreiten muss. Es fängt im Kleinen an, eine große Veränderung herbei zu bringen. Es fühlt sich toll an, mit unseren Produkten den ersten Schritt gegangen zu sein, unseren ‚Plastic Pledge 2025‘ zu erreichen.“

Katrin: „Hier steht sie also – die erste Verpackung mit Rezyklat-Anteil innerhalb des NIVEA Sortiments. Wie fühlt sich das an, einen solchen Meilenstein in der Hand zu halten?

Catja: „Es fühlt sich definitiv total gut und richtig an. Aber es ist ein erster Schritt, ich bin noch lange nicht zufrieden. Wir haben noch viele andere Produkte im Face Cleansing Sortiment, an denen wir arbeiten müssen und wir wollen den Rezyklatanteil natürlich auch noch weiter erhöhen. Ich finde es wichtig, ständig zu überdenken, was wir als Unternehmen und als Marke machen bzw. machen können, welche Verantwortung wir tragen und an welchen Stellen, mit welchen Veränderungen wir nachhaltiger werden können. Es fühlt sich gut und richtig an, dass wir den Anfang gesetzt haben: Nachhaltigkeit ist ein Weg, den wir begonnen haben, zu gehen. Dabei ist der Weg das Ziel.“

Katrin: „Habt ihr eine Strategie, nach der ihr noch weitere NIVEA Cleansing Produkte oder andere Sortimente nachhaltiger machen wollt?“

Catja: „Beiersdorf hat dieses Jahr einen „Plastic Pledge“ für 2025 veröffentlicht, der darauf abzielt, 25% Rezyklatanteil über alle Plastikverpackungen in Europa zu erreichen. Das betrifft nicht nur NIVEA, auch Eucerin und die anderen Marken des Konzerns. Es ist wichtig, solche Ziele zu haben. Face Cleansing spielt eine wichtige Rolle innerhalb dieser Verpflichtung, da wir sehr viele Produkte in Europa verkaufen. Daher sitzen wir natürlich an der Planung, wie wir weitermachen. Aber auch über Plastik hinaus, finde ich es wichtig, sich täglich zu überprüfen, zu inspirieren und Ideen zu generieren, wie wir als Marke und Unternehmen auch in anderen Dimensionen noch nachhaltiger werden können: z.B. über Verpackungsreduktion - das ist auch ein sehr spannendes Feld“.

Katrin: „Wie stehst du persönlich zum Thema Nachhaltigkeit? Auf welche Dinge achtest du? Im beruflichen oder privaten?“

Catja: „Nachhaltigkeit ist mir schon wichtig. Seit einigen Jahren achte ich besonders bei Lebensmitteln darauf, wenig Verpackung mit einzukaufen. Das, was ich nicht vermeiden kann, trenne ich sorgfältig, um die Wertstoffe dem Kreislauf zuzuführen. Da ich für unsere Face Cleansing Produkte und meine Kollegen für ihre Sortimente in Zukunft mehr und mehr recyceltes Material benötigen werden ist es wichtig, die Wiederaufbereitung von Kunststoffen zu ermöglichen. Dafür müssen die richtigen Verpackungen und Wertstoffe auch in die Wertstofftonne bzw. in den Gelben Sack gelangen. Recyclingfirmen und Wiederaufbereitungsanlagen können nur das verarbeiten, was wir als Verbraucher dem Kreislauf auch richtig zuführen. Es werden viele Fehler gemacht bei der Mülltrennung, nicht mit Absicht – einfach aus Unwissenheit. Meine Kollegen aus dem deutschen Geschäftsbereich betreiben hier – in Zusammenarbeit mit dm – Aufklärung, die von den Verbrauchern sehr geschätzt wird. Ach ja, und Wasserflaschen gibt es bei uns zu Hause zum Beispiel gar nicht mehr. Meine gesamte Familie trinkt Leitungswasser. Bei Säften und Joghurt achte ich darauf, sie in wiederverwendbaren Glasfaschen zu kaufen. Es ist der tägliche Konsum, wo jeder einen Beitrag leisten kann – und wenn er noch so klein ist – auf die Bevölkerung betrachtet, hat das einen großen Hebel und wird die nötige Veränderung bringen. Probiert es aus – mit kleinen Schritten fängt es an.“

Danke, Catja, für das tolle Gespräch und viel Erfolg weiterhin für Dich und Dein Team auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. 

Katrin Selzer

Über die Autorin: Katrin Selzer

Katrin ist seit 2003 bei Beiersdorf tätig. Nach verschiedenen Positionen in den Bereichen Marketing, Strategie, Digital und PR, verantwortet sie seit September 2018 als Senior Communication Manager den Themenbereich Nachhaltigkeit. Für Katrin hat Nachhaltigkeit eine hohe persönliche Bedeutung, da sich damit die Welt zum Positiven verändert – und den kommunikativen Beitrag dazu leistet sie. Sie kommuniziert mit viel Leidenschaft und versucht auch selbst das Thema voran zu treiben. Auch in ihrem Privatleben ist sie stets auf der Suche nach Mitteln und Wegen einen nachhaltigen Lebensstil zu leben und andere dazu zu inspirieren.