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13.06.2019

Ein Fall für zwei – Jobsharing im NIVEA Face Care Labor

Bei Beiersdorf sind wir einer der Pioniere, wenn es um die Unterstützung von Jobsharing geht. Und das tun wir mit Leidenschaft und voller Überzeugung. Schließlich bietet dieses Modell den Mitarbeitern – auch und insbesondere jenen in Führungspositionen – optimale Möglichkeiten. Und auch für das Unternehmen kann die doppelte Kompetenz in einer Position von großem Vorteil sein. Die Laborleitung von NIVEA Face Care ist seit einem knappen Jahr ein Fall für zwei, denn Svenja Möllgaard und Dominik Göddertz teilen sich im Jobsharing als „gemischtes Doppel“ die Arbeit – und den Erfolg. Wir haben mit den beiden über ihre besondere Konstellation gesprochen.

Svenja Möllgaard und Dominik Göddertz
Doppelte Power im NIVEA Face Care Labor – Svenja und Dominik.

Svenja und Dominik, ihr habt als „gemischtes“ Jobsharing-Tandem bei Beiersdorf einen gewissen Seltenheitswert. Wie kam es zu dieser Konstellation?

Svenja: Ich arbeite bereits seit 2010 im Jobsharing. Damals waren meine Kollegin Jessica Schäfer und ich sogar das erste Jobsharing-Tandem bei Beiersdorf mit Personalverantwortung. Alle waren gespannt, ob dieses Modell funktionieren kann und heute wissen wir – es klappt ganz wunderbar! Aus meiner Sicht ist diese Arbeitsform – gerade mit Kindern – einfach ideal. Als Jessica dann den Entschluss gefasst hat, mit ihrer Familie ins Ausland zu gehen und ich einen neuen Tandem-Partner brauchte, brachten unsere damaligen Vorgesetzten Nic ins Spiel. Sie waren der Meinung, dass wir als Jobsharer von der Arbeitsweise sehr gut zusammenpassen würden und das ist absolut der Fall.

Nic: Ganz genau! Ich wurde damals direkt von meinem Funktionsleiter auf die Position angesprochen und ich habe sofort ja gesagt. Ich kannte Svenja schon vorher, aber wir haben nie direkt zusammengearbeitet. Trotzdem hat mich dieses Modell sehr gereizt. Ich habe schon zuvor kurz in einem gemischten Doppel gearbeitet. Das war für mich eine sehr spannende und lehrreiche Zeit!

Welche Rolle spielt es für euch, dass ihr als „gemischtes Doppel“, also als Mann und Frau, einen Job miteinander teilt?

Nic: Für mich ist es nicht wichtig, ob ich mit einer Frau oder einem Mann zusammenarbeite. Ich glaube, unser Erfolg beruht darauf, dass wir uns sympathisch sind und uns super verstehen. Es ist wie in einer Beziehung: Man muss sich blind vertrauen und wissen, was der andere denkt. Aber es gehört auch dazu, dass man sich gut streiten kann – und auch das können wir!

Svenja: Wir arbeiten nicht nur eng zusammen, wir sind auch gemeinsam für die Ergebnisse verantwortlich. Da ist es wichtig, dass jeder seine Standpunkte klar vertritt – denn nur in der offenen Diskussion können wir Regeln für unsere Zusammenarbeit entwickeln und einen Weg finden, der für uns beide passt. Das klappt zum Glück hervorragend!

Wie habt ihr euch in eurem Arbeitsablauf organisiert? Und wo liegen für euch die Herausforderungen im Alltag?

Svenja: Nic arbeitet in Vollzeit und ich arbeite 25 Stunden verteilt auf 5 Tage. Wir haben ein gemeinsames Büro und sitzen uns direkt gegenüber. Und natürlich versuchen wir uns abzusprechen, wann immer es geht. Die Projekte haben wir genau aufgeteilt, so dass es nach außen immer nur einen Ansprechpartner gibt – der andere kann aber jederzeit vertreten. Und das ist ein unschlagbarer Vorteil!

Welche weiteren Vorteile sind für euch mit dem Jobsharing verbunden?

Nic: Für mich ist der größte Vorteil der Erfahrungsaustausch, das gemeinsame Finden von Lösungen und das Teilen von Wissen. Einer von uns hinterfragt immer irgendetwas kritisch. Das führt am Ende zu schnelleren, aber auch reiferen und besseren Lösungen.

Svenja: Gemeinsam sind wir viel kreativer! Das merken wir vor allem in Situationen, in denen einem selbst die Ideen fehlen. Da haben wir uns bisher immer weiterhelfen können. Und auch die hohe Flexibilität ist ein entscheidender Vorteil, denn wir können Ressourcen so nutzen, wie sie gerade gebraucht werden und jeder springt mal für den anderen ein. Selbst zwei parallel liegende Meetings sind kein Problem für uns, denn wir teilen uns einfach auf! Für mich persönlich geht Jobsharing aber noch mit einem weiteren Vorteil einher: Dieses Arbeitsmodell ermöglicht es mir, trotz meiner Teilzeit-Tätigkeit einen tollen, herausfordernden Beruf auszuüben. Das ist etwas ganz Besonderes und dafür bin ich sehr dankbar!

Welche Stärken schätzt ihr am anderen?

Svenja: Nic ist ein extrem kluger Kopf, der sehr strukturiert und lösungsorientiert arbeitet. Er hat einen hohen Anspruch und will immer das Beste für die jeweilige Situation erreichen. Gleichzeitig behält er auch in stressigen Zeiten einen kühlen Kopf und den Überblick. Ich lerne viel in der Zusammenarbeit mit ihm und es ist toll, dass wir gemeinsam so viel erreichen.

Nic: Das Lob kann ich nur zurückgeben! Svenja ist einfach unglaublich passioniert und immer mit Herzblut dabei. Sie kämpft für ihre Ideen, ist aber nie verbohrt, sondern immer ergebnisorientiert. Das Beste ist aber, dass sie ein sehr positiver Mensch ist, an allem Spaß hat und wir viel miteinander lachen können.

Was halten eure Kollegen von eurem Jobsharing?

Nic: Ich glaube, für einige ist es komisch, dass wir ein Jobsharing haben, in dem ich Vollzeit arbeite. Das ist vielleicht auch eher ungewöhnlich, aber es ist bei unserem Arbeitsvolumen auch sehr sinnvoll! Ansonsten war die Stelle ja schon vorher im Jobsharing besetzt, nur eben in einer anderen Konstellation. Von daher sind alle Mitarbeiter und Kollegen daran gewöhnt.

Svenja: Das Team war von Anfang an sehr offen für die Arbeit im Tandem. Es ist toll, dass alle die Vorteile sehen und uns so gut unterstützen. Doch natürlich spielt auch die Akzeptanz durch den Vorgesetzten eine große Rolle. Hier hatte ich bisher immer optimale Unterstützung, insbesondere durch unsere derzeitige Chefin. Das ist sehr hilfreich und nicht überall selbstverständlich!

Welche Tipps habt ihr für andere Tandems?

Svenja: Ich glaube, dass es kein Patentrezept für ein erfolgreiches Jobsharing gibt. Was für das eine Tandem gut funktioniert, kann für ein anderes überhaupt nicht sinnvoll sein. Es ist wichtig, als Tandem seinen eigenen Weg zu gehen und seine eigenen Regeln zu finden. Dafür müssen beide Seiten sehr offen für die Ideen und Gedanken des Anderen sein.

Nic: Es ist wie in einer guten Partnerschaft: Man muss viel miteinander sprechen. Sobald es irgendwo hakt, muss im Gespräch eine gemeinsame Lösung gefunden werden. Ich bin zudem der festen Überzeugung, dass ein Tandem nur dann perfekt funktioniert, wenn man sich sympathisch ist, gemeinsam an einem Strang zieht und sich zu 100 Prozent auf den anderen verlassen kann.

Svenja und Nic, herzlichen Dank für das Gespräch und viel Erfolg weiterhin für euer Jobsharing!

Über die Autorin: Kathrin Erbar

Kathrin ist seit 2017 verantwortlich für die Kommunikation zu Themen rund um HR, darunter z.B. Diversity, Learning & Development, Führung oder New Work. Zuvor hatte sie sich ganz den Zahlen verschrieben und war mehrere Jahre lang bei Beiersdorf für die Finanzkommunikation zuständig.