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13.03.2018

#Forschung #Menschen #International

Sag mir wo du wohnst und ich entwickele dir was du brauchst

Dr. Nils Hoffmann (l.) bei einer Unterstützungsaktion von Beiersdorf für die NGO „Smile Foundation“.

Haut ist nicht gleich Haut, das ist vielen wohl bekannt. Doch es steckt mehr dahinter als man auf den ersten Blick vermutet: Was unsere Haut an Pflege braucht und welche Kosmetikbedürfnisse wir haben, ist stark von unserer Genetik, Umwelt und Kultur abhängig. Welche Produkte benutzen Konsumenten beispielsweise in Afrika oder Asien? Worin unterscheiden sich diese Bedürfnisse von denen, die Europäer haben? Mit diesen und ähnlichen Fragestellungen beschäftigen sich Geokosmetik-Forscher.

Einer von ihnen ist Dr. Nils Hoffmann, R&D Director Near East bei Beiersdorf. Seit drei Jahren lebt und arbeitet der gebürtige Hamburger in der indischen Tochtergesellschaft, 600km nördlich von Mumbai. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die Erforschung der Konsumentenwünsche an Hautpflegeprodukte in Indien, Afrika, im Mittleren Osten, der Türkei und Russland um dann entsprechende Produkte auf den Markt zu bringen.

Doch, was genau ist Geokosmetik?

„Weit gefasst beschreibt Geokosmetik Produkte, die weltweit verschiedene Konsumenten ansprechen“, erklärt Hoffmann. So lieben Inder beispielsweise Haaröle und Araber intensive Düfte. Dunkle Haut neigt schnell zur Trockenheit, weshalb in Afrika zur Pflege gerne Lotionen verwendet werden, die sehr reichhaltig sind. Im asiatischen Raum hingegen, bedingt durch die feuchte und schwüle Luft, möchten die Menschen eine Lotion, die schnell einzieht. Daher ist von Vorteil, wenn Geokosmetik-Forscher auch vor Ort leben. So können sie, ähnlich der Arbeit eines Journalisten, hautnah erforschen, welche Bedürfnisse wer auf der Welt hat – und hierfür spezielle Produkte entwickeln. 

Die Beiersdorf-Tochtergesellschaft NIVEA India PVT. LTD. in Ahmedabad.

„Ein Badezimmer in Indien sieht beispielsweise sehr viel anders aus als in Deutschland. Häufig duscht man mit einem Eimer und einer Schippe, um Wasser zu sparen. Dass man in Indien also ein anderes Duschprodukt haben möchte als in Deutschland, wo man gerne einfach nochmal fünf Minuten länger unter der Dusche steht, ist klar. Und sowas wird noch viel klarer, wenn man es vor Ort mitbekommt“, so der Beiersdorf-Forscher.

Das vom Beiersdorf-Labor Near East für Indien entwickelte Deodorant „NIVEA Body Deodorizer“.

Andere Länder, andere Märkte

Zu seinem persönlich größten Erfolg in den letzten drei Jahren zählt für Hoffmann ein Deodorant, das von ihm und seinem Team speziell für den indischen Markt entwickelt wurde und das besondere Eigenschaften hat: Erhältlich nicht als Aerosol, sondern als Pumpzerstäuber, zeichnet es sich durch einen intensiven Duft aus, der beispielsweise in Deutschland keinen Absatz finden würde. Hintergrund: In Indien werden Deos eher als Parfüm auf die Kleidung gesprüht als auf die Haut. „Also mussten wir das Produkt komplett anders entwickeln als ein Deo, das wir in Europa haben. Zusätzlich zu einem viel stärkeren Dufteindruck und einer regional typischen Duftnote muss dieses Deo verträglich mit der Kleidung sein und darf darauf keine Flecken hinterlassen“, verrät Hoffmann. In Indien kann er „sein“ Deo nun in den Kaufregalen bewundern „Das macht schon stolz“, freut sich der Forscher.  

Nach seinem Einsatz in Indien, das weiß Nils Hoffmann bereits jetzt, werden seine Familie und er eine veränderte Verhaltensweise mit nach Deutschland nehmen: „Wenn man aus einem Land zurückkommt, in dem Trinkwasser knapp ist, verändert sich der eigene Umgang mit Wasser. Man ist nicht mehr so verschwenderisch damit.“


Diana Lühmann

Über die Autorin: Diana Lühmann

Diana ist seit 2014 verantwortlich für die R&D Communications bei Beiersdorf. Zuvor leitete sie die Redaktion des Beiersdorf Intranets und verantwortete Themen der HR-, Marken-, Digital- und Strategiekommunikation. Für unseren Blog taucht Diana in die spannende Welt der Forschung und Entwicklung ein und ermöglicht so einen Blick hinter die Kulissen unserer Hautforschung.