24.01.2018

Skin Hack 2.0: Hier „schwitzt“ der Tech-Nachwuchs

Data Science und Internet of Things bilden die Grundlage für die bedeutsamsten Produktinnovationen im Bereich Skin- und Healthcare. Die klügsten Köpfe von morgen schon heute zu gewinnen, ist deshalb ein zentrales Anliegen der Beiersdorf-Forschung. Der international beachtete SkinHack fand in diesem Sinne bereits zum zweiten Mal im russischen Skolkovo statt. Gemeinsam mit dem Startup Youth Laboratories und unterstützt durch den Prozessorhersteller NVIDIA, lud die Beiersdorf-Forschung zu dem Programmierwettbewerb auf dem Campus des Skoltech ein. Hier bot sich für die junge Technologie-Elite die Chance, ihr Talent unter Beweis zu stellen. Dieses Jahr im Fokus der Aufmerksamkeit: ein mit Sensoren ausgestattetes T-Shirt, das Daten zum Schwitzverhalten seines Trägers aufnimmt, um Transpirations-Szenarien besser vorhersagen zu können. 

Rund 60 Teilnehmer folgten der Ausschreibung und fanden sich am Skolkovo Institute of Science and Technology, kurz Skoltech, für ein verlängertes Wochenende zusammen. Die Universität, die 2011 mit dem Massachusetts Institute of Technology MIT in einem Vorort Moskaus entstand, gehört heute zu den renommiertesten Einrichtungen weltweit. „Der Standort ist perfekt. Als Teil des 400 Hektar großen Skolkovo Innovationszentrums, wo sich auch IBM, Microsoft und Boeing angesiedelt haben, befindet sich der Hackathon in bester Gesellschaft und profitiert von einer hochmodernen Infrastruktur“, so Sven Clemann, Teamleiter Artificial Intelligence and Internet-of-Things im Bereich Biophysik, der stellvertretend für sein Team nach Russland reiste.

Die Teilnehmer kamen aus den angesehensten Universitäten Russlands, darunter die Moscow State University MSU und das Moscow Institute of Physics and Technology MIPT. Eröffnet wurde das Wochenende mit Vorträgen führender Köpfe im Feld der Datenanalyse und Biophysik – neben Beiersdorf lieferten die British Higher School of Arts and Design sowie die StartUps YouthLab und Insilico Beiträge.

Sven Clemann, Bereichsleiter AI & IoT in Biophysics bei Beiersdorf.

Wie schon im vergangenen Jahr, als Algorithmen zur Vorhersage des Hautalters im Fokus standen, stellte Beiersdorf den Forschungsgegenstand: „Es ist unsere Aufgabe, neue Produkterlebnisse und -eigenschaften für den Verbraucher zu schaffen. Dafür benötigen wir neue Erkenntnisse aus Messungen mit smarten Technologien und IoT-Devices“, so Sven Clemann, Leiter des Bereichs AI & IoT in Biophysics bei Beiersdorf. „Diesmal wollten wir uns mit der Frage beschäftigen, wie das Schwitzen im Alltag noch näher untersucht werden kann.“ Dafür entwickelte das Team aus Hamburg eigens ein zum Patent angemeldetes T-Shirt, das seinen Träger begleitet, während Sensoren das Schwitzverhalten und Aktivitätsmuster aufnehmen.  „Von der Auswahl des Materials, über die Produktion, bis hin zur Konzeption des Mikroprozessors, haben wir jede Phase selbst bestimmt und begleitet“, so Clemann. Auf Basis von rund 10.000 Stunden Tragedaten, die von Konsumenten in ihrem Alltag aufgenommen wurden, konnten die Teams die Datensätze hinsichtlich ihrer Muster analysieren. Neben dem Analyseteil wurde den Teams die Basissoftware des T-Shirts zur Verfügung gestellt, um eine eigene Anwendung losgelöst von der ursprünglichen Idee des Kleidungsstücks zu entwickeln. Dabei entstand zum Beispiel der Ansatz, ein T-Shirt für die Kommunikation autistischer Kinder zu entwickeln, das ihnen die Kommunikation mit Ihrer Umwelt erleichtert. 

„Obwohl der Analysepart sehr komplex war, haben sich alle Teams super geschlagen“, sagt Konstantin Kiselev, Chief Technology Officer von Ylabs, der die Teams begleitete und die Lösungsansätze am letzten Pitch-Tag gebannt verfolgte. Am Ende konnte das Team „Logistics“ rund um Eugen Bobrov, Stepan Drapak, Dmitry Beloborodov und Pavel Kovalenko von der Moscow State University die Preise in der Sparte „Data Science“ für sich beanspruchen. In der mobilen App-Entwicklung zählen Igor Skovorodkin, Ivan Starchenkov und Anton Makhonin zu den Gewinnern. Die Erstplatzierten freuten sich über ein Preisgeld und – ebenso wie die zweiten und dritten Plätze – die Möglichkeit, an einer wissenschaftlichen Veröffentlichung mitzuwirken oder ein bezahltes Sommerpraktikum im Team von Sven Clemann zu absolvieren.

Wir sind gerade dabei, Kandidaten für ein Internship im Sommer auszuwählen. Wir freuen uns, dass wir die Kandidaten des ersten Skinhacks 2016 über ihr Praktikum hinaus für unsere Forschungstätigkeiten begeistern konnten,
so Clemann, der im letzten Jahr sehr zufrieden mit dem Nachwuchs war.

Co-Organisatorin und General Managerin von Ylabs, Anastasia Georgievskaya, zieht positive Bilanz: „Der SkinHackathon 2.0 hat sich als ideale Plattform für Talente aus dem Bereich Data Science & Application Development und Unternehmen etabliert. Die Teilnehmer profitieren von Wissenstransfer und potentiellen Jobangeboten, während die Unternehmen Impulse setzen und junge Talenten an sich binden können.“ Auch der SkinHack 3.0 ist in Planung. Die neue Fragestellung will Clemann aber noch nicht verraten. „Ich freue mich aber schon jetzt auf die spannenden Tage.“

Catarina Neumann

Über die Autorin: Catarina Neumann

Catarina ist seit 2014 verantwortlich für Beiersdorfs digitalen Unternehmensauftritt, von Social Media, über den Corporate Blog bis hin zu den globalen Konzernwebseiten. Als Kommunikationsstrategin mit Fokus auf digital, kümmert sie sich außerdem um jede Menge Buzzwords, wie #DigitalStorytelling, #InfluencerRelations und die #Digitalisierung bei Beiersdorf. Zuvor verantwortete sie seit 2008 u.a. Themen der Finanz-, HR- und Wissenschaftskommunikation sowie der internationalen Marken-PR.