12.02.2026

Kleine Kappe, große Wirkung: Meilenstein mit „Double Impact“

Schätzfrage: Wie viele der Beiersdorf Hautpflegeprodukte sind wohl in Tuben verpackt? Die Antwort: Tatsächlich sind es über 200 Produkte der Marken NIVEA, Eucerin, Hansaplast und Florena, die in den röhrenförmigen Behältern erhältlich sind. Bei Verbraucher*innen sind Tuben als Verpackungsformat aufgrund ihrer praktischen Handhabung beliebt. Aber auch Hersteller schätzen sie, wegen ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, so auch wir bei Beiersdorf. Sie kommen nicht nur für Gesichtspflege- und Gesichtsreinigungsprodukte, Handcremes und Body Lotion zum Einsatz, auch einige Duschgele, Haarpflege‑ und Styling-Produkte werden auf diese Weise verpackt. Doch sind Tuben auch in puncto Nachhaltigkeit und Ressourceneinsatz State of the Art? Ja – und genau darum geht es in diesem Blogbeitrag.

Von links nach rechts: Joyce Lindner, Yen Fujii, Cyril Mace, Bhawna Miglani, Maximiliane Sammet

Joyce, Du warst die Leiterin von diesem spannenden Projekt. Was war Euer Ziel?

Wir haben mehrere Ziele verfolgt. Zunächst wollten wir eine Kappe für unsere Tuben entwickeln, die für verschiedene Tubengrößen und -formate genutzt werden kann – und das markenübergreifend, also für NIVEA-, Eucerin- und Hansaplast-Produkte. Wir wollten damit Synergien heben, die Komplexität in der Supply Chain reduzieren und Kosteneffizienzen erzielen.

Zweitens ging es darum, möglichst viel Material einzusparen – aus Nachhaltigkeitsgründen – und Rezyklat dort zu nutzen, wo bisher noch Neuplastik eingesetzt wurde. Beide Aspekte, also die Materialreduktion und der Einsatz von Rezyklat, sind zentral, um unsere Emissionen zu reduzieren und unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern.

Unsere Nachhaltigkeitsagenda CARE BEYOND SKIN definiert ambitionierte Ziele für unser Unternehmen, z.B. bis 2045 Net-Zero-Emissionen zu erreichen. Dafür ist es essenziell, unsere Produkte und Sortimente zu überarbeiten und auch unser Projekt kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten. Der Weg ist noch lang, aber jeder Schritt zählt.

Bhawna, Du warst als Packaging-Expertin in die Entwicklung der neuen Kappen involviert. Was waren die größten Herausforderungen?

Eine neue Kappe für eine Tube zu entwickeln, klingt erstmal einfach, doch die Realität sah anders aus. Allein die Tatsache, dass wir drei Jahre von Projektstart bis zur finalen Umsetzung benötigten, zeigt die Komplexität des Projektes.

Eine der größten Hürden war es, erst einmal den gesamten Projektumfang über alle Marken und Produktformate hinweg zu erfassen – das war deutlich aufwändiger als gedacht. Ebenso anspruchsvoll war es dann, die passende Kappe zu entwickeln und den richtigen Partner, also einen geeigneten Lieferanten zu finden.

Es begeistert mich, dass dieses Projekt nun Einfluss auf so viele verschiedene Tubenformate hat. Das zeigt sehr schön, wie kleine Veränderungen am Ende eine große Wirkung entfalten können.

Yen, Du warst als Sustainability Brand Managerin für NIVEA beteiligt. Worauf bist du besonders stolz?

Ich bin auf zwei Dinge besonders stolz: Erstens auf die großartigen Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit, die wir erreicht haben und die sich nun in so vielen Produkten widerspiegeln. Durch das neue Kappendesign reduzieren wir den Einsatz von Neuplastik um rund 640 Tonnen pro Jahr. Das ergibt sich einerseits durch die Reduktion des Materialeinsatzes und andererseits durch den Einsatz von Rezyklat (PCR). Das führt zu einer Emissionsreduktion von über 4.000 Tonnen CO₂e pro Jahr.

Zweitens bin ich auf den Marketingaspekt des Projekts stolz: Wir haben die neuen Kappen über alle Marken und Produktkategorien hinweg mit Verbraucher*innen getestet und dabei stets gute oder teilweise sogar bessere Ergebnisse für das Design erzielt. Es wurde häufig als moderner und zeitgemäßer empfunden.

Maximiliane, Du hast seitens der Supply Chain auf das Thema Kosten und Komplexitätsreduktion geschaut. Was habt ihr erreicht?

Aus „Value Engineering“-Sicht haben wir es geschafft, die Anzahl der Kappengrößen von über 20 auf lediglich zwei Größen zu reduzieren. Gleichzeitig konnten wir die Farbvielfalt von mehr als 60 auf 14 Farben über alle Marken hinweg verringern.

Diesen neuen „Standard“ haben wir dann in acht Produktionszentren in verschiedenen Ländern und Regionen etabliert – wodurch das Projekt zu einer globalen Initiative wurde.

Wir haben die Anzahl der Kappenvarianten reduziert und damit unsere Beschaffungs- und Produktionsprozesse effizienter gestaltet. Das Projekt ist daher ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Nachhaltigkeit und „Value Engineering“ Hand in Hand gehen können, also wie ein messbarer Umweltnutzen bei gleichzeitiger Kosteneinsparung entsteht.

Cyril, was sagst Du als Quality Manager, führt weniger Material und der Einsatz von Recyclingkunststoff nicht zu Qualitätseinbußen?

Genau das sicherzustellen ist in so einem Projekt entscheidend. Das ist wichtig für die Markenwahrnehmung, für eine stabile und verlässliche Anwendung der Produkte durch unsere Verbraucher*innen, aber auch für die Stabilität im Herstellungsprozess. Eine nachhaltigere Kappe nützt uns wenig, wenn sie während der Befüllung bricht oder den Transport nicht unbeschadet übersteht. Ebenso muss sie sich einfach öffnen und schließen lassen und unseren bzw. den Anforderungen der Verbraucher*innen visuell entsprechen.

Für die Umstellung der Kappe von mehr als 200 Produkten haben wir eine enorme Anzahl an Tests durchgeführt. Wir haben zunächst unser gesamtes Tubenportfolio dahingehend analysiert, welche Produkte die kritischsten sind. Darauf basierend konnten wir unsere Qualitätsanforderungen definieren und die Lieferanten entsprechend detailliert briefen.

Joyce, nach diesem großartigen Meilenstein – was kommt als Nächstes?

Als Projektleiterin arbeite ich immer parallel an mehreren Projekten. Auch wenn dieses Projekt nun abgeschlossen bzw. umgesetzt ist, bin ich weiterhin in andere Innovations‑ und Transformationsinitiativen eingebunden. Nicht nur wir hier in der Beiersdorf Unternehmenszentrale in Hamburg treiben das Thema Nachhaltigkeit voran, sondern auch unsere Tochtergesellschaften und Produktionsstandorte in den verschiedenen Ländern und Regionen setzen wichtige Initiativen um. Bei Beiersdorf widmen sich zahlreiche Teams der anspruchsvollen Aufgabe, das Ziel Net Zero bis 2045 zu erreichen.

 

Vielen Dank an das Projektteam für die Einblicke in dieses spannende Thema mit „Double Impact“: Mehr Nachhaltigkeit bei gleichzeitiger Kosten- und Komplexitätsreduktion.

Über die Autorin: Katrin J. Selzer

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Katrin ist seit 2003 bei Beiersdorf tätig. Nach verschiedenen Positionen im Marketing, der Strategie, Digital und Brands PR, verantwortet sie seit September 2018 als Senior Communication Manager den Themenbereich Nachhaltigkeit. Katrin ist Nachhaltigkeitsfan und sieht ihre kommunikative Aufgabe nicht nur darin, zu informieren, sondern für das Thema zu begeistern und positive Veränderungen anzuregen.