Dr. Carl Melchior

(1871-1933)

Dr. Carl Melchior, geboren 1871 in Hamburg, war ein deutscher Jurist, Bankier, Diplomat und Gesellschafter des Bankhauses M.M. Warburg & Co. Gleichzeitig war er einer der wichtigsten Finanzpolitiker in der deutschen Geschichte. Der Leiter der deutschen Finanzdelegation bei den Verhandlungen zum Friedensvertrag von Versailles im Jahr 1919 war auch für Beiersdorf von zentraler Bedeutung.

In seiner Funktion als Gesellschafter von M.M. Warburg & Co. war er bei Finanzthemen die direkte Bezugsperson von Beiersdorf Mitbegründer Dr. Oscar Troplowitz bis zu dessen Tod 1918 und danach von seiner Frau Gertrud. Nach deren plötzlichen Tod 1920 half Melchior bei der Gründung der P. Beiersdorf & Co. GmbH, aus der 1922 eine Aktiengesellschaft wurde. Durch das 25-fache Stimmrecht der ehemaligen Aktien von Gertrud Troplowitz, die per Testament an Warburg übertragen wurden, konnten die Erbenstämme aus der Familie keine Mehrheit erringen. Dies führte in der unsicheren und auch von Eigeninteressen der Erben geprägten Lage zu einem stabilen Kurs durch die unsichere Zeit der Weimarer Republik. Melchior selbst wurde mit Gründung der Beiersdorf AG 1922 zum Chef des Aufsichtsrats berufen. In den Jahren bis zu seinem Tod trug Melchiors Engagement maßgeblich zur Stabilität und zum internationalen Erfolg des Unternehmens bei. Carl Melchior verstarb 1933 im Alter von 62 Jahren in Hamburg.