Internationale Entwicklung

Internationale Entwicklung
Dr. Oscar Troplowitz, Firmengründer Paul Carl Beiersdorf (oben rechts), Prof. Dr. Paul Gerson Unna (unten rechts)

Schon bevor der junge Apotheker Dr. Oscar Troplowitz im Jahre 1890 das Laboratorium von Paul C. Beiersdorf erwarb, hatte die Firma einen gewissen internationalen Bekanntheitsgrad erreicht. Über die wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Prof. Paul Gerson Unna, der seit Gründung des Unternehmens mit Beiersdorf zusammenarbeitete, wurden zahlreiche Ärzte und Apotheker aus aller Welt auf die Produkte aus dem Hause Beiersdorf aufmerksam. Bestellungen trafen ein und wurden einzeln von Paul C. Beiersdorf und seinen acht Mitarbeitern bearbeitet.

Vertrag Lehn & Fink 1893
Vertrag mit dem amerikanischen Handelshaus Lehn & Fink 1893

Mit Troplowitz in der Leitung änderte sich die internationale Ausrichtung grundlegend. Er erkannte schnell das Potential der Beiersdorf Marken auf internationaler Ebene und systematisierte das Auslandsgeschäft. So schloss Troplowitz mit dem New Yorker Unternehmen Lehn & Fink einen Vertrag für die USA. Danach verpflichtete sich die P. Beiersdorf & Co., ihre Zubereitungen nur an das amerikanische Handelshaus zu liefern. Beiersdorf hatte für die Eintragung der Warenzeichen in den Vereinigten Staaten zu sorgen, während Lehn & Fink die Kosten für Werbung und Vertrieb übernahm.

(v.l.n.r.) Beiersdorf Gesellschaft in Großbritannien 1906 und Beiersdorf Gesellschaft in Österreich 1914

Im Verlauf der nächsten 20 Jahre gründete Troplowitz auf allen Erdteilen Vertretungen und Tochtergesellschaften, die die Markenprodukte aus dem Hause Beiersdorf an die internationale Kundschaft brachten.

Zu Beginn des ersten Weltkrieges waren 34 Vertretungen gegründet und bereits zwei Tochtergesellschaften in England und Österreich eingetragen.

old Nivea products
Ab 1911 eroberte NIVEA Creme die internationalen Kosmetikmärkte

Die neuen Kosmetikmarken wie NIVEA und Labello sowie die Pflastermarken Hansaplast und Leukoplast waren ein Motor für den internationalen Erfolg in den 1920er und 1930er Jahren. Insbesondere das NIVEA-Geschäft entwickelte sich in dieser Zeit hervorragend. Mit zahlreichen neuen Produkteinführungen wurde NIVEA damit zur erfolgreichsten Beiersdorf-Marke. Ein Ergebnis der positiven Markenentwicklungen in den internationalen Absatzmärkten war eine starke Ausweitung der Fertigungskapazitäten.

Beiersdorf Internationale Herstellung 1929
Beiersdorf Produktionsstätten 1929

1930 gab es Beiersdorf-Produktionsstätten in 23 Ländern der Erde. Vertretungen waren in „fast sämtlichen Kulturländern der Welt“ zu finden, wie es in einem Unternehmensprospekt aus dem Jahre 1929 zu lesen war. Alle Beiersdorf Produkte für den internationalen Markt hatten eine Verpackung in Landessprache, die größtenteils in der Druckerei in Hamburg produziert und in alle Welt geliefert wurde.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges war ein Netz von internationalen Gesellschaften rund um den Globus geschaffen. Nach dem Krieg wurden nahezu alle diese Gesellschaften als Feindeseigentum beschlagnahmt und die NIVEA Markenrechte in den einzelnen Ländern verkauft. Ein schwerer Schlag für das internationale Beiersdorf Geschäft.

Neben den Bemühungen, das Geschäft wieder aufzubauen, wurde in jedem Land einzeln versucht, die Markenrechte wiederzuerlangen. In vielen Fällen geschah dies auch über den Rückerwerb von Anteilen an ehemaligen Tochtergesellschaften. Die Übersicht zeigt, wann die Rechte in welchem Land zurückerworben werden konnten:

 

 

1952 Niederlande
1958 Argentinien, Schweiz, Brasilien
1961 Schweden
1963 Mexiko
1966 Finnland
1966 Dänemark
1968 Afrikanische Commonwealth Länder (außer Südafrika)
1973 USA
1974 Frankreich inkl. ehemaliger Kolonien, heute die Länder Tschad, Mali, Kamerun und Kongo
1977 Hongkong, Thailand, Malaysia, Singapur, Gibraltar, Zypern, Malta, Bermuda, Bahamas, Jamaika, Barbados, Trinidad und Tobago
1985 Norwegen
1992 Großbritannien, Irland, Kanada, Südafrika, Neuseeland, Indien, Pakistan, Israel, Australien
1993 Rumänien
1997 Polen

 

Internationale Entwicklung
Markiert das Ende eines langen Prozesses: der Rückerwerb der Markenrechte in Polen 1997.

Mit dem Rückerwerb der NIVEA Markenrechte für Polen im Jahr 1997 war dieser Prozess abgeschlossen. Heute verfügt Beiersdorf wieder weltweit über die NIVEA Markenrechte.
Seit den 1950er Jahren wurden aber auch neue Märkte erschlossen und Gesellschaften gegründet, sodass Beiersdorf Ende der 1990er Jahre 74 internationale Tochtergesellschaften besaß und fast 70% seines Umsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaftete.

Heute ist die Zahl der internationalen Gesellschaften noch weiter auf über 160 angestiegen. Die erfolgreichen Marken NIVEA, Eucerin und La Prairie sind der Schlüssel zu diesem internationalen Erfolg und lassen Beiersdorf auf der ganzen Welt zuhause sein.

Internationale Entwicklung
Die globalen Beiersdorf-Marken: NIVEA, Eucerin und La Prairie