23.06.2026

Wegweisend in der Hautmikrobiomwissenschaft

Beiersdorf zählt auf dem Gebiet der Hautmikrobiom-Forschung weltweit zu den Pionieren. Genau genommen reichen unsere ersten Erkenntnisse um Bakterien auf der Haut zurück bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. In den vergangenen Jahrzehnten haben unsere Wissenschaftler*innen in der Forschung & Entwicklung beachtliche Fortschritte gemacht, um die Geheimnisse des Hautmikrobioms weiter zu entschlüsseln. Welche Rolle spielen die unterschiedlichen Mikroorganismen, die unsere Haut besiedeln, und was haben sie möglicherweise mit Hautproblemen zu tun? Unsere beiden Expert*innen Benjamin Al und Tina Hamann erläutern, was unser Know-how für die Entwicklung völlig neuartiger Hautpflegeprodukte bedeutet.

Ben, der Begriff „Mikrobiom“ ist seit einigen Jahren in der Öffentlichkeit sehr präsent. Warum ist das so?

Dr. Benjamin Al, Leitung der dermatologischen Forschung bei Beiersdorf

Ben: Die gesamte Mikrobiom-Forschung hat enorm an Tempo zugelegt. Wir wissen heute, dass ein ausbalanciertes Mikrobiom, wie zum Beispiel eine intakte Darmflora, großen Einfluss auf unser Wohlbefinden haben kann. Doch auch das Hautmikrobiom spielt eine zentrale Rolle. Es besteht aus etlichen Millionen von Mikroorganismen, darunter Bakterien, Viren und anderen mikroskopisch kleinen Wesen. Sie bilden eine symbiotische Lebensgemeinschaft mit der Haut und agieren wie ein wichtiger Schutzschild gegen äußere Einflüsse. Dabei ist unser Mikrobiom einzigartig wie ein Fingerabdruck.

Doch wenn sich die Zusammensetzung dieser zweiten „Hülle“ so verändert, dass die vorteilhaften Mikroorganismen in der Unterzahl sind – z.B. durch Stress oder hormonelle Veränderungen in Pubertät oder Schwangerschaft –, können Hautprobleme auftreten.

 

 

Wusstet ihr schon?

Das Hautmikrobiom ist ein hochaktives Netzwerk, das eng mit unseren Hautzellen interagiert und gemeinsam die Hautbarriere bildet.

Wo setzt die Beiersdorf-Forschung an. Sollen die Hautprobleme „weggecremt“ werden?

Tina Hamann, R&D Senior Engineer im Labor Microbiome Research bei Beiersdorf

Tina: Mit einer Expertise von über 140 Jahren versteht kaum eine*r die Haut so gut wie wir bei Beiersdorf – in all ihren komplexen Facetten. Unser Credo ist seit jeher, „von der Haut für die Haut zu lernen“. Entsprechend sind unsere Technologien – und daraus entstehende Produkte – eng auf die natürliche Hautbiologie abgestimmt, um eine optimale Verträglichkeit und Wirksamkeit zu erzielen.

Die Mikrobiom-Forschung hat unser Verständnis der Haut in den vergangenen Jahren revolutioniert. Auf Basis der Erkenntnisse aus mehr als zwei Jahrzehnten intensiver wissenschaftlicher Arbeit in unseren Labors können wir selbstbewusst sagen: Beiersdorf versteht sich als Designer des Hautmikrobioms.

Könntest Du genauer erläutern, was damit gemeint ist?

Tina: Unser Ausgangspunkt war, dass wir die unterschiedlichen Hautzustände und etwaige Hautprobleme immer detaillierter auf mikrobieller Ebene verstehen wollen. Wir wissen, dass es ganz entscheidend ist, das Hautmikrobiom im Gleichgewicht zu halten bzw. die Balance wiederherzustellen. 

Bei Hautproblemen greifen Leute häufig zu Inhaltsstoffen, die alle Bakterienstämme angreifen – auch die schützenden. Mit unserer revolutionären Technologie „Ski[N]ative Probiotics“ setzen wir auf Probiotika, die Teil des natürlichen Hautmikrobioms sind, um es ganz gezielt zu unterstützen. Sie bildet gleichzeitig das Herzstück unserer sog. Microbiome-Design-Platform – einem technologischen „Ökosystem“, das auf mehr als 70 erteilten Patenten fußt und verschiedene Mikrobiom-basierte Ansätze beinhaltet. So können wir völlig neuartige Hautpflege-Lösungen entwickeln, die die Art und Weise, wie wir die Haut pflegen, neu definieren.

Wusstet ihr schon?

Beiersdorf Wissenschaftler*innen tragen maßgeblich zum Wissensfundus rund ums Mikrobiom bei: mit über 120 Studien allein seit 2014, über 25 Publikationen und über 70 erteilten Patenten.

 

Wegweisende Erfolge sind meist nicht das Werk von Einzelnen, sondern Teamwork. Arbeitet Beiersdorf auch mit externen Wissenschaftler*innen zusammen?

Ben: Innovationsarbeit ist Teamarbeit und wir verfolgen den Ansatz, unser eigenes Wissen mit dem externer Expert*innen sinnvoll zu ergänzen. Einen wichtigen Baustein unserer Hautmikrobiom-Forschung stellt die enge Partnerschaft mit dem belgischen Biotech-Start-up S-Biomedic dar: 2018 sind wir in dieses innovative Life-Science-Unternehmen eingestiegen und haben es 2022 übernommen. S-Biomedic verfügt über großes Know-how im Bereich der Probiotika. Gemeinsam wollen wir das volle Potenzial des Mikrobioms für die Hautpflege in all ihren Facetten erschließen – von unreiner Haut bis hin zu Anti-Aging. Darüber hinaus forschen wir seit vielen Jahren im engen Schulterschluss mit zahlreichen renommierten Hochschulen zum Mikrobiom. 

Was fasziniert Euch an der Hautmikrobiom-Forschung?

Ben: Die Haut als Mikrokosmos hält immer noch eine Vielzahl an Geheimnissen und Überraschungen parat. Auch wenn wir bei Beiersdorf bereits seit vielen Jahren in der Hautmikrobiom-Forschung aktiv sind, gibt es noch eine Menge zu entdecken. Unser Ziel ist klar: auf Basis unserer Erkenntnisse wollen wir einen neuen Standard im Kosmetikmarkt etablieren. 

Tina: Mich begeistert immer wieder die interdisziplinäre Teamarbeit an diesem komplexen Thema. Die Expertise aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenzuführen und voneinander permanent Neues zu lernen, stellt für mich einen besonderen Reiz dar. Die Wissenschaft steht niemals still.

Vielen Dank für das Gespräch.

Bereits seit den 1990er Jahren sind unsere Wissenschaftler*innen dem Hautmikrobiom auf der Spur. Seit 2005 verfolgen wir prä- und probiotische Ansätze zur Beeinflussung des Hautmikrobioms. Heute sind sie Teil unserer Microbiome Design Platform.

Pionierarbeit

1894 entdeckt Prof. Dr. Paul Gerson Unna erstmals ein Bakterium in Hautunreinheiten und nennt es „Akne-Bazillus“* – heute ist es bekannt als Cutibacterium acnes oder C. acnes. Und heute wissen wir auch: nicht ob, sondern welche Stämme von C. acnes in welcher Häufigkeit auf der Haut leben, macht den Unterschied, ob Hautprobleme auftreten können. Unnas frühe Entdeckung bildet die Grundlage für die heutige Hautmikrobiomforschung.

* Unna, P.G. The Histopathology of the Diseases of the Skin. The Macmillan Co., New York (1896)

Über unsere beiden Expert*innen:

Tina Hamann ist R&D Senior Engineer im Labor Microbiome Research bei Beiersdorf. Sie ist verantwortlich für die Forschung am Mikrobiom sowie der Entwicklung probiotischer Wirkstoffe – in enger Zusammenarbeit mit führenden Wissenschaftler*innen und dem strategischen Partner S-Biomedic.

Dr. Benjamin Al ist Abteilungsleiter der dermatologischen Forschung bei Beiersdorf. Er konzentriert sich auf die Erforschung verschiedener Hautindikationen sowie die Entwicklung transformativer kosmetischer Lösungen für diese Hautzustände.

Über die Autorin: Kathrin Erbar

Kathrin nimmt uns mit auf eine Reise in das faszinierende Feld der Forschung und Entwicklung bei Beiersdorf. Bevor sie sich mit der DNA von Beiersdorf beschäftigte, war sie für die Kommunikation zu Themen rund um HR zuständig, darunter Diversity, Führung oder New Work. Davor hatte sie sich ganz den Zahlen verschrieben und war mehrere Jahre lang für die Finanzkommunikation bei Beiersdorf verantwortlich.