Unsere Geschichte

Persönlichkeiten

Paul C. Beiersdorf
(1836 – 1896)

 

Geboren in Neuruppin in der Mark Brandenburg hatte sich Paul C. Beiersdorf 1880 als Apotheker in Hamburg niedergelassen. In enger Zusammenarbeit mit dem Dermatologen Paul Gerson Unna begründete er das Pflastergeschäft und erhielt für die "Guttapercha Pflastermulle" 1882 sein erstes Patent. Das Datum der Patentschrift ist  zugleich das Gründungsdatum der Firma Beiersdorf, deren Name bis heute auf ihn verweist.

Dr. Oscar Troplowitz
(1863 - 1918)

 

Troplowitz  war einer der  Unternehmerpersönlichkeiten seiner Zeit. Nach einer Lehre als Apotheker bei seinem Onkel, dem späteren Hofrat Gustav Mankiewicz, schloss er 1886 sein Studium der Pharmazie an der Universität Breslau ab. 1890 erwarb er das Laboratorium von Paul C. Beiersdorf in Altona und baute dieses zu einem Unternehmen aus.
So veranlasste er sofort den Einsatz technischer Hilfsmittel für die Produktion und bereits 1892 errichtete er auf einem damals 1200qm großen Grundstück am Lokstedter Weg (der heutigen Unnastraße) ein eigenes Fabrikationsgebäude. Hier befindet sich auch heute noch der Hauptsitz der Firma.  Als Unternehmer, der  kunden- wie marktorientiert und von Beginn an international dachte und handelte, behielt er auch die wissenschaftlich fundierte Weiterentwicklung seiner Produkte im Auge. Die von Paul C. Beiersdorf begonnene Zusammenarbeit mit dem Dermatologen Prof. Dr. Paul Gerson Unna führte er fort und stellte auf dessen Empfehlung auch den Chemiker  Dr. Isaac Lifschütz ein, der u. a. den Emulgator Eucerit, den Basisstoff für die NIVEA Creme erfand.

 

Auch durch die vielen betrieblichen Sozialleistungen für seine Angestellten setzte Troplowitz einen Meilenstein in der Geschichte der Firma. So reduzierte er beispielsweise als einer der ersten Unternehmer in Hamburg die Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich auf 48 Stunden, zahlte seinen Arbeitern und Angestellten Weihnachts- und Urlaubsgeld. Zudem gründete er eine Unterstützungskasse für in Not geratene Mitarbeiter und eine Alters- und Hinterbliebenenstiftung, die Troma, die nach ihm und seinem Schwager und Mitgesellschafter Dr. Otto Hanns Mankiewicz benannt wurde und in veränderter Form bis heute besteht.
Erwähnt sei auch sein vielseitiges Wirken in der Öffentlichkeit sowie die Unterstützung karitativer Einrichtungen oder seine berühmte Kunstsammlung in der Villa an der Agnesstraße; diese wurde nach dem Tod seiner Frau 1920 der Hamburger Kunsthalle vermacht.

 

Seine bedeutendste Leistung bestand jedoch in der Etablierung heute so berühmter Marken wie Leukoplast, Labello  oder NIVEA. Troplowitz war davon überzeugt, dass Markenartikel von zuverlässiger Qualität und nachvollziehbaren hohem Nutzen für den Verbraucher ein erfolgreiches Zukunftskonzept darstellen würde. So hatte er mit seiner Arbeit die Grundlagen für die Ausrichtung der Firma in heutiger Zeit gelegt.

Dr. jur. Otto Hanns Mankiewicz
(1871 - 1918)
 
Otto Hanns Mankiewicz hatte zunächst eine juristische Laufbahn eingeschlagen und seinen Schwager Oscar Troplowitz während seines Amtes als Hilfsrichter in Altona in juristischen Fragen beraten. Seit 1906 war er von diesem als Mitgesellschafter an der Firma Beiersdorf & Co. beteiligt worden. Als Gründungsmitglied des heutigen Markenverbandes förderte er vor allem den Markenartikel-Gedanken bei Beiersdorf. Er starb 7 Monate nach Oscar Troplowitz am 2. Dezember 1918.

Dr. Willy Jacobsohn
(1884 – 1963)

 

In Stolp (Pommern) geboren, schloss Willy Jacobsohn zunächst seine Ausbildung als Apotheker ab und studierte anschließend an den Universitäten in München und Berlin Naturwissenschaften und Chemie. 1909 promoviert, arbeitete er in einer kleinen pharmazeutischen Fabrik, bevor er 1914 zu Beiersdorf wechselte. Zum Kriegsende übernahm er als einer der 4 Geschäftsführer die Leitung des Labors und der Auslandsabteilung und wurde 1922 – Beiersdorf war zur Aktiengesellschaft geworden – zum Vorsitzenden des Vorstands ernannt. Unter seiner Leitung wurden nach Ende des Ersten Weltkriegs nicht nur die Hamburger Werke aus- , sondern vor allem das damalige Auslandgeschäft aufgebaut.
1933 trat er – mit den anderen jüdischen Vorstandsmitgliedern – zurück und übernahm die Leitung des Auslandsgeschäftes von Holland aus, von wo er dann 1938 über London in die USA nach Los Angeles emigrierte.

Carl Claussen
(1878 – 1954)

 

Carl Claussen (geboren in Bremerhaven und gestorben in Hamburg) war seit 1920, dem Gründungsjahr der Beiersdorf GmbH, Mitglied im Aufsichtsrat der Firma. Zunächst bis 1927/28 im väterlichen Speditionsgeschäft tätig, hatte er 1933 nach dem politisch bedingten Rücktritt von Dr. Willy Jacobsohn den Vorstandsvorsitz übernommen. Er leitete das Unternehmen durch die Zeit des Nationalsozialismus bis 1954. 1908 hatte er Martha Pulvermacher, eine Nichte von Oscar Troplowitz, geheiratet. Der Wiederaufbau der Firma nach dem Ende des Krieges wurde von ihm eingeleitet und von seinem Sohn Georg Wilhelm Claussen in 3. Generation fortgeführt.

Georg W. Claussen
(1912 - 2013)

 

Georg W. Claussen, Sohn von Carl Claussen und seiner Frau Martha (geb. Pulvermacher), wurde 1912 als Großneffe des Firmenmitbegründers Dr. Oscar Troplowitz in Hamburg geboren.

Nach mehreren Auslandsaufenthalten und einer kaufmännischen Lehre trat er 1938 trotz der Bedenken seines Vaters in die Firma ein. Seit 1952 war er stellvertretendes Mitglied im Vorstand der Beiersdorf AG.

 

Zwei Jahre später wurde er ordentliches Mitglied und am 28. Juni 1954 zum Sprecher des Vorstands berufen. Von 1957 bis 1979 Vorstandsvorsitzender der Beiersdorf AG, war er nach seinem Rücktritt von 1979 bis 1987 Vorsitzender des Aufsichtsrates. Seit 1989 war er Ehrenvorsitzender der Gesellschaft.


Über Beiersdorf hinaus engagierte sich Claussen in zahlreichen Institutionen. 1982 gründete er anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums der Beiersdorf AG die heutige Claussen-Simon-Stiftung, die vor allem wissenschaftlich und technisch begabte junge Menschen fördert. Sein gesellschaftliches Engagement wurde unter anderem mit dem Großen Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt, der Richard-Merton-Ehrennadel des Stifterverbandes und dem Verfassungsportugaleser in Gold der Hansestadt Hamburg.

Dr. Hellmut Kruse

 

1926 in Hamburg geboren, studierte er Literaturgeschichte und Philosophie an den Universitäten Hamburg und Fribourg/Schweiz. 1948 zum Dr. phil. an der Universität Fribourg/Schweiz promoviert, war er zunächst  Exportkaufmann und persönlich haftender Gesellschafter bei Wiechers & Helm, Hamburg, der Firma seines Vaters Hans E. B. Kruse (†1968), der Vorsitzender des Aufsichtsrates der Beiersdorf AG von 1933 bis 1968  war. 1961 tritt er in die Firma Beiersdorf AG ein. Zunächst als stellvertretendes Vorstandsmitglied wird der 1963 ordentliches Mitglied. Seit 1975 stellvertretender Vorstandsvorsitzender war er von 1979 bis 1989 Vorstandsvorsitzender. Anschließend gehörte er von 1989 bis 1994 dem Aufsichtsrat der Beiersdorf AG an.

 

Hans-Otto Wöbcke

 

Geboren 1930 in Offenau, ging er zunächst in die kaufmännische Lehre bei einer Hamburger Maklerfirma. Nach leitenden Positionen bei der Unilever-Gruppe und der Edeka-Zentrale trat er 1971 in die Firma Beiersdorf ein. Zunächst hatte er die Position des Marketing- und Verkaufsleiters Körperpflegemittel und Pflaster/Verbandmittel Deutschland inne, bevor er 1973 – nach Einführung der Spartenorganisation – die Leitung der Sparte cosmed übernahm. Seit 1974 stellvertretendes Vorstandsmitglied, wurde er ein Jahr später zum ordentlichen Mitglied berufen. 1988 wurde er zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Von 1989 bis 1994 war er Vorsitzender des Vorstandes. Von 1994 bis 2004 gehörte er dem Aufsichtsrat der Beiersdorf AG an.

 

Dr. Rolf Kunisch

 

Rolf Kunisch wurde 1941 in Arolsen geboren. 1960 bis 1966 studierte er Wirtschaftswissenschaften und Ingenieurwesen an der TH Darmstadt, anschließend wurde er für zwei Jahre wissenschaftlicher Assistent an der Universität Köln. Von dort wechselte er aus der Wissenschaft in die Wirtschaft und wurde Product Manager bei Procter & Gamble unter anderem für Lenor und Dash. Nach einem USA-Aufenthalt von 1973-1975 wurde er Marketing Manager und 1979 General Manager. Im Juni 1991 kam er zu Beiersdorf und wurde in den Vorstand für die damalige Sparte cosmed berufen. Von 1994 bis 2005 war er Vorsitzender des Vorstands. Seit 2005 ist er Mitglied des Aufsichtsrats der Beiersdorf AG.

 

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