14.02.2013

Beiersdorf entdeckt den Rhythmus der Haut

  • Beiersdorf Forscher weisen gemeinsam mit der Charité Berlin eine „innere Uhr“ der epidermalen Hautzellen nach.
  • Molekül Krüppel-like-factor 9 (Klf9) ist verantwortlich für die Zellteilung und Zellwachstum.
  • Forschungsergebnisse liefern neue Perspektiven für die Bereiche Hautpflege und Medizin.

Hamburg, 14. Februar 2013 – Wissenschaftler der Beiersdorf AG haben erneut einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Haut geleistet: Gemeinsam mit Forschern der Charité Universitätsmedizin Berlin konnten sie in menschlichen Hautzellen eine innere Uhr nachweisen, die unter anderem die Regeneration der Haut steuert. An dem gemeinsamen Forschungsprojekt waren Hamburger Forscher aus dem Team von Dr. Jörn Hendrik Reuter, Laborleiter des Bereichs General Skin Care bei Beiersdorf und Prof. Dr. Achim Kramer vom Arbeitsbereich Chronobiologie der Charité beteiligt. „Die Erkenntnisse unseres gemeinsamen Forschungsprojektes könnten auf die Hautpflege der Zukunft einen großen Einfluss haben“, erklärt Reuter. 

Im Hamburger Probandenzentrum von Beiersdorf, einem der größten und modernsten Hautforschungszentren Europas, wurde zunächst bei 20 Probanden der tageszeitabhängige („zirkadiane“) Wert des Stresshormons Cortisol in der Haut untersucht. Zusätzlich wurden im Berliner Schlaflabor bei 20 freiwilligen Probanden im Vier-Stunden-Rhythmus Zellproben entnommen – und das über einen Zeitraum von 24 Stunden. Die Analyse der Proben ergab, dass rund zehn Prozent der Gene in den Hautzellen einem eigenen Rhythmus folgen. Dieser, so die Forscher, stimmt vermutlich mit dem jeweiligen Chronotypen überein. Besonders auffällig bei den Proben war das Molekül „Krüppel-like-factor 9“ (Klf9): „Wir beobachteten, dass Klf9 vor allem tagsüber aktiv ist. War es ausgeschaltet, so war eine beschleunigte Zellteilung zu beobachten“, so Dr. Jörn-Hendrik Reuter. Erhöhte das Forscherteam die Klf9-Konzentration in den Proben, verlangsamte sich die Zellteilung deutlich.

Neue Perspektiven für Hautpflege und Medizin

Die Ergebnisse des gemeinsamen Forschungsprojektes bieten für die Hautpflege der Zukunft völlig neue Möglichkeiten: „Die Erkenntnisse über den Einfluss von Klf9 auf die Zellteilung könnte z.B. der Anstoß zur Entwicklung neuartiger Anti-Aging-Pflege sein. Ein mögliches Ziel wäre, die Haut bei großer Desynchronisation wieder in Einklang mit der inneren Uhr zu bringen bzw. Entgleisungen durch den Lebensstil durch eine völlig neue, auf die Chronobiologie abzielende Hautpflege aufzufangen“, erklärt Dr. Reuter.  

Auch für die Medizin könnten die Ergebnisse von Bedeutung sein: „Mit den gewonnenen Erkenntnissen könnten wir in der Forschung im nächsten Schritt z. B. der Frage nachgehen, welche Tageszeit einer Operation für beste Wundheilung optimal ist. Das ist eine vielversprechende Perspektive für die medizinische Forschung“, so Prof. Dr. Kramer von der Berliner Charité.

Weiterführende Informationen

Das Team um Dr. Thomas Blatt (Research & Development, Beiersdorf AG) und Prof. Dr. Achim Kramer hat die ersten Ergebnisse der Grundlagen in der Fachzeitschrift Proceedings of the Academy of Science (PNAS) veröffentlicht.
Florian Spörl, Thomas Blatt, Achim Kramer et al (2012): Krüppel-like factor 9 is a circadian transcription factor in human epidermis that controls proliferation of keratinocytes. In: Proceedings of the Academy of Science (PNAS), Jul 3; 109(27):10903-8. DOI: 10.1073/pnas.1118641109. Zu finden unter:
http://www.pnas.org/content/109/27/10903.full.pdf+html

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