Die am 22. November 2005 angekündigten Maßnahmen zur Einführung einer effizienten, an der Nachfrage orientierten Supply Chain (einheitlicher Warenfluss Einkauf, Produktion, Logistik) werden jetzt in ersten Einzelheiten deutlich.
85 Mitarbeiter von Hausbruch nach EimsbüttelAllen 85 Mitarbeitern, die bisher für eine Produktlinie von Artikeln der Wundversorgung in dem Beiersdorf Werk in Hamburg/Hausbruch arbeiteten, wird ab Herbst 2006 in dem Beiersdorf Werk in Hamburg/Eimsbüttel ein qualifizierter Arbeitsplatz in der Fertigung von Körperpflegemitteln angeboten. Die betroffene Produktlinie wird künftig in dem Beiersdorf Werk in Argentona/Spanien hergestellt, wo bereits seit vielen Jahren der Großteil der europaweiten Fertigung der Wundversorgungsprodukte des Hamburger Konzerns angesiedelt ist. Solche Verlagerungen sind in der Industrie ständige Praxis; sie dienen neben der Effizienzsteigerung und der Spezialisierung auf neue Technologien oftmals auch der Sicherstellung der Belieferung und der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Produktions- und Logistikverbundes.
Exemplarisch für den ganzen Prozess
Die Maßnahme zeigt exemplarisch, so Beiersdorf Vorstandsmitglied für das Ressort Supply Chain, Markus Pinger, wie sich der gesamte Prozess in den nächsten Jahren abspielen wird. Beiersdorf wird sich auf weniger und größere Produktionsbetriebe und Läger konzentrieren.
Europa Planung für ArbeitsplätzeFür die davon in Europa betroffenen Mitarbeiter sind folgende Angebote geplant:
- Neuer Beiersdorf Arbeitsplatz am bisherigen Standort (siehe obiges Beispiel)
- Beiersdorf Arbeitsplatz an einem anderen Standort
- Mögliche Übernahme von Lägern durch andere Betreiber (Erhalt der Arbeitsplätze vor Ort)
- Umschulung bzw. Outplacement
- Abfindung nach Sozialplan
Zusätzlich wird versucht, im Rahmen der natürlichen Fluktuation (3-4% p.a.) Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter zu finden.
Die Logik der neuen Technologien: größere Einheiten
Ausschlaggebend für diese groß angelegte Neuausrichtung der Consumer Supply Chain sind die neuen technologischen Möglichkeiten, die - ausgehend von den Anforderungen des Einzelhandels - den gesamten Warenfluss revolutionieren werden. Die neuen Möglichkeiten - bedingt durch die Vernetzung der Computer von der Registrierkasse im einzelnen Markt, über die Zentrale des Einzelhandelsunternehmens, hin zum Distributionszentrum des Herstellers, von dort in die Fertigungsstätten und hin zum Rohstofflieferanten, anschließend dann auf dem selben Weg zurück ins Regal - setzen große Produktionsstätten und Lager voraus, sonst ist diese Technologie nicht wirtschaftlich anwendbar. Sämtliche Prozesse werden damit beschleunigt und die Kapitalbindung für die im Warenfluss befindliche Ware wird drastisch gesenkt.
Zusätzlich 100 Mio. € p.a. für neue Produkte, Marken und Märkte
Die Einspareffekte, die durch die neuen Technologien erzielt werden, liegen für den Beiersdorf Konzern bei 100 Mio. € p.a. Dieses Geld will Beiersdorf für die Entwicklung von neuen Produkten, für Investitionen in seine Marken und für die Erschließung neuer Märkte einsetzen.