Nettorendite nähert sich den 7 % Auf seiner letzten Pressekonferenz bekräftigte der in den Ruhestand tretende Vorstandsvorsitzende der Beiersdorf AG, Dr. Rolf Kunisch, die Wachstumsziele bei Umsatz und Ertrag des Konzerns. Für 2005 erwartet er ein Umsatzplus, das über dem von 4,5 % des Vorjahres liegt, die Netto-Umsatzrendite werde wiederum stärker steigen als der Umsatz und soll fast 7 % erreichen.
Das langfristige Ziel, den Umsatz innerhalb von zehn Jahren erneut zu verdoppeln – und dies bei einer weiter ansteigenden Rendite –, bezeichnete er nach wie vor als richtig.
Thomas-Bernd Quaas
Neuer Beiersdorf Chef Thomas-B. Quaas spezifiziert Wachstumsstrategie Sein Nachfolger Thomas-B. Quaas, der nach der Hauptversammlung am 18. Mai 2005 die Arbeit als Vorsitzender des Vorstandes aufnimmt, nannte als vorrangige Aufgabe, die starke Geschäftsbasis als Ausgangspunkt für den weiteren Ausbau der Wettbewerbsposition der Beiersdorf Marken zu nutzen. Dazu sind differenzierte Ansätze erforderlich.
In den so genannten jungen Märkten ist vor allem Tempo und Dynamik gefragt; in den partiell bereits gesättigten Märkten soll das Wachstum über Qualität und noch mehr Innovationen sichergestellt werden. Außerdem ist für eine erfolgreiche Umsetzung der Ziele im Markt intensivste Zusammenarbeit mit den Handelspartnern unabdingbar. Dies muss einhergehen mit einer deutlichen Optimierung der gesamten Versorgungskette (Supply Chain), die sich vom Regal des Handels rückwärts über Logistik, Produktion bis zum Lieferanten erstreckt.
Aus diesen Bereichen sind konkrete Wettbewerbsvorteile erzielbar, die beim Ausbau der Marktpositionen eine zunehmend wichtigere Rolle spielen werden.
2004 erneut Rekordwerte bei Umsatz und Ertrag Das Jahr 2004 brachte für den Beiersdorf Konzern erneut Rekordwerte. Der Umsatz stieg wechselkurs- und strukturbereinigt um 4,5 %. In absoluten Zahlen wurden 4,546 Mrd. € (i. V. 4,435 Mrd. €) erreicht; davon entfielen auf den Unternehmensbereich Consumer 3,840 Mrd. € (i. V. 3,739 Mrd. €) und auf den Bereich tesa 706 Mio. € (i. V. 696 Mio. €).
Rolf-Dieter Schwalb
2004 stärkste Wachstumsregionen: Afrika, Asien und Australien mit über 15 %, Nord- und Südamerika mit über 10 % Die Wachstumsraten in den einzelnen Regionen waren äußerst unterschiedlich. In Europa, das einen Anteil am Gesamtumsatz von 74,5 % hält, lag die Wachstumsrate bei plus 1,8 %, in Nord- und Südamerika (Umsatz-Anteil: 14 %) bei 10,4 % und in Afrika, Asien und Australien konnte eine Wachstumsrate von 15,4 % erzielt werden;
der Anteil am Umsatz beträgt hier jetzt 11,5 %. (Anmerkung: Alle Wachstumsraten sind währungs- und strukturbereinigt.) Der Finanzvorstand des Konzerns, Rolf-Dieter Schwalb, betonte, dass die Erträge sich wieder überproportional entwickelt haben. Das Betriebliche Ergebnis (EBIT) erreichte 483 Mio. € (i. V. 455 Mio. €). Der Jahresüberschuss stieg auf 302 Mio. € (i. V. 301 Mio. €) – und dies trotz der Finanzierungskosten von 11 Mio. € nach Steuern, die im Zusammenhang mit dem Rückkauf eigener Aktien anfielen.
Gewinn je Aktie 3,88 € Der Gewinn je Aktie stieg auf 3,88 € (i. V. 3,50 €).
Umsatzqualität: 188 Nr.-1-Positionen weltweit Aber nicht nur der Umsatz selbst konnte gesteigert werden, sondern auch die Qualität des Umsatzes. Diese wird an den erreichten Marktführer-Positionen gemessen. Ziel ist, in jedem Land möglichst viele führende Marktpositionen in den einzelnen Produktkategorien zu erzielen. Am Beispiel NIVEA bedeutet das, dass auf Basis von 57 durch Nielsen evaluierten Ländern 188 Nr.-1-Positionen ( i. V. 170) von ca. 650 möglichen erreicht wurden. 1997 waren es erst 50. Trotzdem sind hier noch immer große Wachstumspotenziale vorhanden, erläuterte Dr. Kunisch. Der höchste Wert im Pro-Kopf-Verbrauch von NIVEA wurde mit 20,12 €/Jahr in der Schweiz erzielt, Deutschland kam mit 11,16 € auf den vierten Platz, der Durchschnitt in Europa erreichte 4,37 €. Langfristiges Markenwachstum: von 3-fach bis 10-fach Es gebe keinen Grund, so Kunisch, sich nicht den oberen Werten zu nähern. Das Wachstumsmodell von Beiersdorf greife auch bei anderen Beiersdorf Marken. So entwickelte sich die Apotheken-Marke Eucerin von 61 Mio. € im Jahr 1990 auf 206 Mio. € im Jahr 2004. Das ist mehr als eine Verdreifachung des Umsatzes. Die Marke la prairie, in der selektiven Kosmetik positioniert, konnte den Umsatz von 15 Mio. € in 1990 auf 144 Mio. € fast verzehnfachen. Im Pflastergeschäft (u. a. Hansaplast/Elastoplast) stieg der Umsatz im gleichen Zeitraum von 89 Mio. € auf nunmehr 234 Mio. € – fast eine Verdreifachung. tesa legt zu Aber auch tesa konnte nach der Restrukturierung in 1998 (verbunden mit einer Sortimentsreduzierung) wachsen. 1990 betrug der Umsatz 638 Mio. €, 2004 wurden 706 Mio. € Umsatz bei einem mittlerweile guten Betrieblichen Ergebnis von 50 Mio. € erreicht. Anhaltend hohe Investition in Forschung und Entwicklung Voraussetzung für die weitere Expansion des Unternehmens sind nicht zuletzt innovative Produkte, die auf den neuesten Erkenntnissen von Forschung und Entwicklung beruhen. Kennzeichnend für diese Ausrichtung ist der im August 2004 eröffnete Erweiterungsbau des Beiersdorf Forschungszentrums; dieser war mit 38 Mio. € die bisher größte Einzelinvestition am Standort Hamburg. Insgesamt arbeiten in den wissenschaftlichen Bereichen – das sind Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung – mehr als 1000 Personen, davon allein 650 im Bereich Hautforschung. Insgesamt gibt Beiersdorf über 100 Mio. € p. a. für Forschung und Entwicklung aus.
Das Handout zur Bilanzpressekonferenz finden Sie hier.
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