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Internationale Entwicklung

Schon bevor der junge Apotheker Dr. Oscar Troplowitz im Jahre 1890 das Laboratorium von Paul C. Beiersdorf erwarb, hatte die Firma einen gewissen internationalen Bekanntheitsgrad erreicht. Über die wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Prof. Paul Gerson Unna, der seit Gründung des Unternehmens mit Beiersdorf zusammenarbeitete, wurden zahlreiche Ärzte und Apotheker aus aller Welt auf die Produkte aus dem Hause Beiersdorf aufmerksam. Bestellungen trafen ein und wurden einzeln von Paul C. Beiersdorf und seinen acht Mitarbeitern bearbeitet.

 

Mit  Dr. Troplowitz in der Leitung, änderte sich die internationale Ausrichtung grundlegend. Troplowitz erkannte schnell das Potential der Beiersdorf Marken auf internationaler Ebene und systematisierte das Auslandsgeschäft. So schloss er bereits 1893 einen ersten Vertrag mit dem amerikanischen Handelshaus Lehn & Fink.

 

Im Verlauf der nächsten 20 Jahre gründete Troplowitz auf allen Erdteilen Vertretungen und Tochtergesellschaften, die die Markenprodukte aus dem Hause Beiersdorf an die internationale Kundschaft brachten.
Zu Beginn des ersten Weltkrieges waren 34 Vertretungen gegründet und bereits zwei Tochtergesellschaften in England und Österreich eingetragen.

 

Die neuen Kosmetikmarken, wie NIVEA und Labello, sowie die Pflastermarken Hansaplast und Leukoplast waren ein Motor für das internationale Geschäft  der 1920er und 30er Jahre. Eine Folge dieser Entwicklung war eine  starke Ausweitung der Fertigungskapazitäten.
1930 gab es Beiersdorf - Produktionsstätten in 23 Ländern der Erde. Vertretungen waren in „fast sämtlichen Kulturländern der Welt“ zu finden, wie es in einem Unternehmensprospekt aus dem Jahre 1929 zu lesen war.
Alle Beiersdorf Produkte für den internationalen Markt hatten eine Verpackung in Landessprache, die größtenteils in der Druckerei in Hamburg produziert und in alle Welt geliefert wurde.

 

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges war ein Netz von internationalen Gesellschaften rund um den Globus geschaffen.
Nach dem  Krieg wurden nahezu alle diese Gesellschaften als Feindeseigentum beschlagnahmt und die NIVEA Markenrechte in den einzelnen Ländern verkauft. Ein schwerer Schlag für das internationale Beiersdorf Geschäft.

 

Neben den Bemühungen, das Geschäft wieder aufzubauen, wurde in jedem Land einzeln versucht, die Markenrechte wiederzuerlangen. In vielen Fällen geschah dies auch über den Rückerwerb von Anteilen an ehemaligen Tochtergesellschaften. Die Übersicht zeigt, wann die Rechte in welchem Land zurückerworben werden konnten:

Jahr Länder
1952 Niederlande
1958 Argentinien, Schweiz, Brasilien
1961 Schweden
1963 Mexiko
1966 Finnland
1966 Dänemark
1968 Afrikanische Commonwealth Länder (außer Südafrika)
1973 USA
1974 Frankreich inkl. ehemaliger Kolonien, heute die Länder Tschad, Mali, Kamerun und Kongo
1977 Hongkong, Thailand, Malaysia, Singapur, Gibraltar, Zypern, Malta, Bermuda, Bahamas, Jamaika, Barbados, Trinidad und Tobago
1985 Norwegen
1992 Großbritannien, Irland, Kanada, Südafrika, Neuseeland, Indien, Pakistan, Israel, Australien
1993 Rumänien
1997 Polen

Mit dem Rückerwerb der NIVEA Markenrechte für Polen im Jahr 1997 war dieser Prozess abgeschlossen. Heute verfügt Beiersdorf wieder weltweit über die NIVEA Markenrechte.

 

Seit den 1950er Jahren wurden aber auch neue Märkte erschlossen  und Gesellschaften gegründet, sodass Beiersdorf Ende der 1990er Jahre 74 internationale Tochtergesellschaften besaß und fast 70% seines Umsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaftete.

 

Heute ist die Zahl der internationalen Gesellschaften noch weiter, auf 144, angestiegen. Die  erfolgreichen Marken NIVEA, Eucerin und La Prairie  sind der Schlüssel zu diesem internationalen Erfolg und lassen Beiersdorf auf der ganzen Welt zuhause sein.

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